Mannheim/Karlsruhe - Europas größter Zuckerhersteller Südzucker steht zusammen mit den beiden anderen Branchengrößen Nordzucker und Pfeifer & Langen (Diamant-Zucker) wegen illegaler Preisabsprachen vor Gericht. Nach dem Bonbon-Hersteller Vivil verlangt jetzt auch Katjes Schadenersatz in Millionenhöhe. Einige Fragen und Antworten zu dem Verfahren, das am Freitag in Mannheim begann:
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Warum wurden die Zuckerhersteller verklagt |
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Südzucker soll mit den anderen Zuckerproduzenten ein Kartell gebildet haben. Weil die Preise in einem Kartell meist höher liegen als im freien Wettbewerb, befürchten die Süßwaren-Unternehmen, beim Einkauf zu viel Geld für den Rohstoff Zucker in ihren Produkten gezahlt zu haben. Solche Absprachen sind auch deshalb verboten, weil sie am Ende zu höheren Endpreisen für die Verbraucher führen können.
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Um welche Größenordnungen geht es |
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Vivil verlangt 1,3 Millionen Euro, Katjes insgesamt rund 37 Millionen Euro – und wenn die Klage des Schweizer Lebensmittel-Riesen Nestlé verhandelt wird, stehen 50 Millionen Euro im Raum. Die Summen setzen sich aus Entschädigungen plus Zinsen und weiteren Kosten zusammen. Nach aktuellen Informationen sollen allein vor dem Landgericht Karlsruhe 21 Fälle verhandelt werden, weitere in Hannover und Köln.
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Was war das für ein Kartell |
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Aus Sicht des Bundeskartellamts haben sich Südzucker, Nordzucker sowie Pfeifer & Langen über Jahre hinweg bis 2009 über Verkaufsgebiete, Quoten und Preise abgesprochen. Das ist verboten. Die Behörde brummte den Unternehmen daher hohe Bußgelder auf. Südzucker musste mit 195,5 Millionen Euro die höchste Einzelstrafe zahlen, insgesamt waren es 280 Millionen Euro.
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Wo liegen die Schwierigkeiten der Prozesse |
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Wer Schadenersatz haben will, muss auch einen Schaden nachweisen. Südzucker bestreitet, dass Hersteller oder Verbraucher überhaupt einen Schaden erlitten hätten. Der Vorsitzende Richter Andreas Voß wies darauf hin, dass der Zuckermarkt durch Quoten und Schutzzölle der EU stark reguliert sei und es daher gar keinen echten Wettbewerb gebe. Die Streitparteien hätten gegenteilig lautende Gutachten eingereicht. Katjes geht aber schon vom Anscheinsbeweis aus. Das heißt: Aller Erfahrung nach führe eine Kartellbildung zu überhöhten Preisen. Die Gegenseite bestreitet das.
