Cloppenburg - Neuregelungen bei der Arzneimittelanwendung, Tierschutzbestimmungen sowie aktuelle Informationen zur Tierseuchenbekämpfung haben im Mittelpunkt einer Mitgliederversammlung gestanden, zu der jetzt die Tierärztliche Kreisstelle mehr als 60 Tierärzte aus dem Landkreis Cloppenburg ins Kreishaus eingeladen hatte. Über die Umsetzung von Konzepten zur Verringerung des Antibiotikaeinsatzes in der Tiermast informierten Dr. Roswitha Merle von der Qualität und Sicherheit GmbH (Bonn), und Dr. Heinz Leßmann vom Veterinäramt Cloppenburg.
Während Merle das Antibiotikamonitoring im QS-System vorstellte, erläuterte Leßmann die Dokumentationspflichten der Tierhalter und das bei Kennzahlüberschreitungen mit dem Hoftierarzt zu entwickelnde Minimierungskonzept. In dem anschließenden Themenblock Tierschutz stellte Leßmann einige ab dem 1. Januar geltende Rechtsänderungen vor. Er ging dabei insbesondere auf die Vorschriften zur Gruppenhaltung von Sauen, den Platzbedarf und die Beschaffenheit von Betonspaltenböden in der Schweinehaltung sowie auf die Einhaltung von Tierschutzbestimmungen beim Töten von Tieren ein.
Tierheim überfüllt
Über die vom Landkreis Cloppenburg per Verordnung eingeführte Kastrations- und Kennzeichnungspflicht von Katzen informierte Veterinäramtsleiter Dr. Karl-Wilhelm Paschertz. Mit der neuen Verordnung sei zwar das Verständnis für die Notwendigkeit der Katzenkastration gestiegen, bei der Katzenproblematik im Tierheim Sedelsberg ist bisher jedoch keine Besserung erreicht worden, berichtete Paschertz über erste Erfahrungen mit der seit Ende 2011 geltenden Regelung. Das weitere Vorgehen soll nun mit den für den Vollzug der Verordnung zuständigen Städte und Gemeinden beraten werden.
Zum Schluss der Tagung gab Dr. Hermann Seelhorst, stellvertretender Leiter des Veterinäramtes, einen aktuellen Überblick über verschiedene Virusinfektionen, die in Rinder- und Schafhaltungsbetrieben vorkommen und für die zum Teil Sanierungsprogramme laufen. Er informierte über den Stand der BHV1- und BVD-Sanierung bei Rindern und über die Fallzahlentwicklungen beim Schmallenberg-Virus in Rinder- und Schafbeständen.
Seit Februar virusfrei
Bei der Blauzungenkrankheit gelte Deutschland seit Februar 2012 als virusfrei, so dass keine Handelsbeschränkungen mehr bestünden, vermeldete Seelhorst auch Erfolge der Bekämpfungsmaßnahmen.
Nach wie vor große Aufmerksamkeit verlangten die Vorkehrungen zum Schutz vor unterschiedlichen Varianten des Schweinepestvirus. Derzeit gebe es vor allem Ausbrüche der Afrikanischen Schweinepest in einigen osteuropäischen Ländern.
