Thüle - Die Katzenkastrationsverordnung des Landkreises Cloppenburg greift noch nicht, die Katzenschwemme besteht weiter. Das wurde jetzt während der Jahreshauptversammlung des Tierschutzvereins Friesoythe und Umgebung in Pollmeyers Bauernstuben offensichtlich. 437 Katzen konnten im Tierheim Sedelsberg aus Platzgründen nicht aufgenommen werden. Dies unterstreiche, wie dringlich die Kastration dieser Tiere sei, so Irmtraud Behrens, Vorsitzende des Vereins. Sie verwies dabei auf den ins Leben gerufenen Katzenkastrationsfond. „Wenn wir dieses Elend mildern wollen, brauchen wir Geld“, so die Vorsitzende. In einem vom Veterinäramt initiierten Gespräch mit Vertretern der Gemeinden im Landkreis hatte der Tierschutzverein eindringlich auf dieses Problem aufmerksam gemacht und hofft nun auf Unterstützung.

Von den insgesamt 392 Tieren, die im Tierheim in Sedelsberg im vergangenen Jahr aufgenommen wurden, seien 239 vermittelt und 49 an ihre Besitzer zurückgegeben worden, skizzierte Irmtraud Behrens. Die Pflege der Tiere obliegt den Mitarbeiterinnen, die teils tatkräftig von ehrenamtlichen Helfern unterstützt werden. „Aber wir brauchen noch mehr ehrenamtliche Tierschützer“, rief sie zu noch mehr Engagement auf.

Vorab war der Vorstand in Gänze bestätigt worden: „Das hat es in 25 Jahren Tierschutzverein noch nie gegeben, dass ein kompletter Vorstand wiedergewählt wurde“, resümierte Veronika Tholen, die als zweite Vorsitzende und Frau der ersten Stunde gemeinsam mit Irmtraud Behrens (Vorsitzende), Hildegard Behrens (Kassenführerin) und Elke Striowsky (Schriftführerin) in den nächsten vier Jahren die Geschicke des Vereins lenken wird.

In diesem Jahr feiert der Tierschutzverein Friesoythe und Umgebung sein 25-jähriges Bestehen. Mit zahlreichen Aktionen will man auf sich aufmerksam machen. Noch immer aber gebe es viele ungelöste Probleme, unterstrichen die Zahlen, die sowohl die Vorsitzende als auch die Kassenführerin im Rahmen ihrer Berichte nannten. Die Kosten für die vielfältigen Aufgaben des Tierschutzvereins und den Betrieb des Tierheims überstiegen auch im vergangenen Wirtschaftsjahr wieder die Einnahmen. Deshalb sei man auf Spenden angewiesen.

Neben der konkreten Hilfe für Tiere in Not möchte der Vorstand viele Menschen für die Tierschutzarbeit begeistern. Das geschah in der Vergangenheit mit Aktionen wie dem „Hundewandertag“, dem traditionellen „Tag der offenen Tür“, Ferienpassaktionen für Kinder, dem „Tierischen Advent“ und vielem mehr. Neu ist die Vortragsreihe unter dem Oberbegriff „Offenes Tierheim“.


Da bislang alle Referenten auf ein Honorar verzichtet hatten, konnten interessante Vorträge wie „Erste Hilfe am Tier“, „Einführung ins Clickertraining“ und Information über den „Hundeführerschein“ kostenlos angeboten werden. Die Termine werden sowohl auf der Homepage als auch über die NWZ  rechtzeitig bekannt gegeben.

Zum Abschluss der lebhaften Versammlung verabschiedete die Vorsitzende mit einem Präsent den langjährigen Verwalter des Tierschutzvereins, Peter Lange, in den verdienten Ruhestand. Seine Stelle wird ab 1. April Friedhelm Bieker übernehmen.