Wemkendorf - Kaulquappen schwimmen in einer Styroporschale, manche schon mit Beinen – interessiert beäugt von den Kindern, die die Amphibien im Teich von Eckart Tardeck in Wemkendorf entdeckt und sie mit Keschern herausgefischt haben. 26 Kinder sind an diesem Freitagnachmittag mit dem Nabu Rastede und der Naturschutzgemeinschaft Ammerland aus Bad Zwischenahn zu Gast in Wemkendorf, um für den Geo-Tag der Artenvielfalt Inventur zu machen auf dem 1,5 Hektar großen Anwesen Tardecks.
Seit 1980, seit er das Grundstück in Wemkendorf gekauft hat, hat Tardeck auf dem Gelände keinen Dünger und kein Quentchen Gift mehr eingebracht. Als er 2007 erstmals Kinder zum Tag der Artenvielfalt eingeladen hatte, da kamen 87 Arten von Pflanzen und Tieren zusammen. „Viel mehr werden es heute nicht werden“, macht Tardeck klar, dass er sich letztlich „auf einer Insel inmitten einer Agrarwüste“ sieht. „Überall rundherum nur Mais, da kommt kein Kriechtier bis zu mir durch“, ist der Wemkendorfer überzeugt.
Gemeinsam mit Eltern und Mitgliedern der Agenda 21 Wiefelstede, in der Tardeck Mitglied ist, organisieren die Erwachsenen an diesem Tag das Bestimmen der Arten. Die Kinder finden Kaulquappen, grüne Käfer und Bäume wie die Eiche. Sie sammeln Gräser und graben im Boden nach wimmelndem Leben. Und sie zählen Vogel- und Insektenarten. „Die Daten geben wir im Internet bei Geo ein – so, wie das auch andere in Niedersachsen und in ganz Deutschland tun“, berichtet Tardeck. Nach 2007 hatte er jedes Jahr versucht, etwa Schulen für das Artenvielfalt-Projekt auf seinem Grundstück zu gewinnen – vergeblich.
An seinem Teich, sagt er, hat er schon vor längerem Steine ausgelegt, um dort Molche und Salamander anzusiedeln. „Ich habe aber nur Asseln gekriegt“, lacht der „Inselbewohner“ und nimmt es mit Humor.
