Navigation überspringen
nordwest-zeitung
Abo-Angebote ePaper Newsletter App Prospekte Jobs Immo Trauer Shop

Landwirtschaft Kaum einer kennt Arbeit ohne Quote

Melanie Hanz

Jever - Preisstürze beim Schweinefleisch, bei Milch und Getreide, die Diskussion um das Pflugverbot auf Dauergrünland in „Natura 2000-Vogel- und Landschaftsschutzgebieten“ sowie das Landesraumordnungsprogramm mit den Plänen des Umweltministers auf Wiedervernässung vieler Hektar Land: Das Jahr 2014 hatte es für das Kreislandvolkverband Friesland in sich. Kreislandwirt Hartmut Seetzen konnte aber auch auf Erfreuliches zurückblicken: Gut besuchte Veranstaltungen wie der Milchabend und der Tag es offenen Hofs und: das Wetter.

„Erstmals konnte der Norden die Getreideernte mit guten Erträgen vor dem Süden abschließen. So etwas hat es noch nicht gegeben“, berichtete er vor rund 140 Landwirten aus Friesland und zahlreichen Gästen aus Politik, Verwaltungen und Verbänden bei der Landvolk-Jahreshauptversammlung im Schützenhof.

Fladen zählen als Dünger

Auch 2015 hat die Landwirtschaft einige dicke Brocken zu stemmen: Zum einen arbeitet das Bundes-Landwirtschaftsministerium zurzeit an einer neuen Düngeverordnung mit erheblichen Auswirkungen auf die Milchviehhalter. Zum anderen bleibt abzuwarten, wie sich der Wegfall der Milchquote auf die Milchviehhalter der Region auswirken wird. „Mich hat neulich jemand gefragt, wie es denn ohne Quote ist“, berichtete Kreislandvolk-Geschäftsführer Manfred Ostendorf: „Ich habe keine Ahnung: Ich habe mein ganzes Berufsleben lang mit der Quote gearbeitet – wie die meisten Landwirte“, sagte er.

Laut Seetzen ist in der neuen Düngeverordnung vorgesehen, dass die Fladen weidender Kühe künftig zu 60 Prozent als aufgebrachte Nährstoffe gerechnet werden. „Dabei lassen die Tiere ihre Fladen mangels Breitverteiler nur auf 13 Prozent der Flächen fallen.“ Das bedeutet: Grünland darf laut Verordnung nicht mehr flächig gedüngt werden – damit sinken der Geschmack des Grases und vor allem der Rohproteingehalt. Am Ende müssen die Bauern deutlich mehr zufüttern, um ihre Milchkühe ausreichend mit Eiweiß zu versorgen.

Seetzen befürchtet, dass unter diesen Bedingungen viele Betriebe ihre Rinder künftig im Stall stehen lassen. „Friesland und keine Rinder mehr auf der Weide?“ hatte er deshalb als Motto für seinen Jahresbericht gewählt.


150 Mio. Euro Umsatz

Mit einem Jahresumsatz von rund 150 Millionen Euro ist die Landwirtschaft ein wichtiges Wirtschaftsstandbein Frieslands – das würdigte auch Wirtschaftsminister Olaf Lies (SPD). Er referierte über die Ernährungsindustrie – „eine Stärke Niedersachsens, die es ohne die Landwirtschaft so nicht gäbe“. Notwendig sei, der Landwirtschaft Rahmenbedingungen zu schaffen, die Entwicklung und Wachstum ermöglichen, so dass jeder Hof wirtschaftlich stabil dastehen kann.

„Denn wenn wir der Landwirtschaft keine Perspektive bieten, wird nicht mehr investiert – dann ziehen die Unternehmen der Ernährungswirtschaft weg. Und das wird sicher keine Verbesserung von Lebensmittelqualität und Arbeitsbedingungen mit sich bringen“, sagte er.

Themen
Artikelempfehlungen der Redaktion
Ins DLV–EM-Team berufen: Talea Prepens

LEICHTATHLETIK DLV nominiert Talea Prepens doch noch für EM

Steffen Szepanski
Cloppenburg
Ziel des Neugeborenenhörscreenings mit angeschlossenem Tracking ist es, schwerhörige Kinder möglichst innerhalb der ersten sechs Lebensmonate zu behandeln – beispielsweise mit einem Cochlea-Implantat.

OLDENBURGER HÖRZENTRUM FORDERT LANDESWEITE UNTERSUCHUNGEN Trotz Anspruchs – 86 Prozent der Babys werden nicht auf Schwerhörigkeit getestet

Anja Biewald
Oldenburg
Michaela Dirks ist Vorsitzende des Vereins Transplant-Kids in Wiesmoor.

TRANSPLANT-KIDS AUS WIESMOOR ÜBER ORGANSPENDEN In Deutschland gibt es im europäischen Vergleich nur wenige Organspender

Katrin Von Harten-Wübbena
Wiesmoor
Interview
Gilt als Kämpferin für Behindertenrechte: die Europa-Abgeordnete Katrin Langensiepen (Grüne) vor dem Werbeplakat „Ein Fest für Europa“ am Kröpke in Hannover

EUROPA-ABGEORDNETE KATRIN LANGENSIEPEN (GRÜNE) Sie kämpft in der EU für die Rechte der Menschen mit Behinderung

Stefan Idel Büro Hannover
Die Mitglieder vom BSV Kickers Emden stimmen am Donnerstagabend für die Ausgliederung der ersten Herren in eine GmbH.

FUSSBALL IN OSTFRIESLAND Mitglieder geben Grünes Licht für die Kickers-Emden-GmbH

Lars Möller
Emden