Dippoldiswalde/Bösel - Richtige Stimmung wollte in diesem Jahr zum Stadtfest in Dippoldiswalde nicht aufkommen. Die Große Kreisstadt Dippoldiswalde und damit das traditionelle Fest in der Innenstadt gingen regelrecht im Wasser unter.
Als die Böseler Delegation zur Eröffnung des Stadtfestes den historischen Marktplatz betrat, schloss Petrus für wenige Stunden die Schleusen. Es sollte meteorologisch der einzige Lichtblick bleiben. Was in den folgenden Tagen an Regen folgte, „habe ich so noch nicht erlebt“, war Bürgermeister Hermann Block wie auch die gesamte 14-köpfige Delegation am Abend der Rückkehr von der dreitägigen Reise nachdenklich gestimmt. Aus der Situation wurde das Beste gemacht, fiel das Resümee positiv aus – nicht aber ohne sich am Sonntag noch einmal nach dem aktuellen Stand des Hochwassers zu erkundigen.
Am Sonnabend hatten die Böseler von „Dipps“ aus einen Ausflug nach Prag unternommen. Tschechiens Hauptstadt hat sich wie keine zweite Metropole Europas ihre mittelalterlichen Strukturen großflächig erhalten. Mit entsprechender Begeisterung informierte eine Gästeführerin über das Herzstück der Prager Innenstadt. Hauptanziehungspunkt im Zentrum der Altstadt war östlich der Moldau der Altstädter Ring mit zahlreichen engen Gassen. Deutlich ruhiger ging es wenige Minuten südlicher rund um den Bethlehemplatz und Kohlmarkt zu. Josefov (Josephstadt), Prags ehemalige Judenstadt, verzauberte durch ihre alten Synagogen und den berühmten Friedhof.
Nach der knapp zweistündigen Führung bei zum Teil heftigem Dauerregen kehrte die Reisegruppe in eine Gaststätte ein, um nach dem landestypischen Mittagessen die Rückfahrt nach Dippoldiswalde anzutreten. Der Abend auf dem Marktplatz fiel ebenfalls sprichwörtlich ins Wasser, stattdessen gab es ein gemeinsames Fußballerlebnis (Bayern gegen Stuttgart) im Obertorgrill mit dem Stadtratsmitglied Michael Triller (Freie Wähler Dippoldiswalde). Oberbürgermeister Ralf Kerndt weilte unterdessen schon im Katastrophenschutzeinsatz. Zahlreiche Nebenflüsse waren bereits über die Ufer getreten, Hauskeller standen unter Wasser und die Weißeritz sowie die Malter Talsperre hatten schon bedrohliche Wasserstände erreicht. Das Stadtoberhaupt hatte aber am Freitagabend mit einem Empfang seine Gäste begrüßt und zuvor das Stadtfest gemeinsam mit seinem Amtskollegen, Bürgermeister Hermann Block, eröffnet.
Am Sonntag führte der Dippold, Namensgeber der Stadt, die Böseler, die vorher am Festgottesdienst teilgenommen hatten, im Bus durch die Stadt. Ein weiteres Programm war aufgrund der Witterung nicht möglich.
