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Wirtschaftsförderung Kaum noch Existenzgründer in Roffhausen

Roffhausen - Lage mit optimaler Verkehrsanbindung, eine gut eingeführte Adresse und die Möglichkeit der Erweiterung bei zusätzlichem Raum- oder Lagerbedarf: Das Gründerzentrum Schortens auf dem Industriegelände Roffhausen bot Jungunternehmern gute Voraussetzungen für den Start in die Selbstständigkeit. Doch damit ist es seit Montag vorbei: Die Stadt hat ihr Gründerzentrum zum 1. September aufgegeben.

Zur Hälfte vermietet

„Eigentlich wären wir mit dem Gründerzentrum dieses Jahr volljährig geworden“, sagt Schortens’ stellvertretende Verwaltungschefin Anja Müller, die einige Jahre lang Geschäftsführerin der GmbH war. 18 Jahre lang gab es das Gründerzentrum – seit 1996. Doch die Nachfrage nach Flächen im Gründerzentrum sei stetig zurückgegangen. Die Auslastung der 2600 Quadratmeter verfügbaren Flächen lag gerade noch bei knapp über 50 Prozent. Der Zuschuss der Stadt in das Projekt dagegen blieb und lag zuletzt bei rund 53 000 Euro im Jahr.

Zwölf Firmen, ausschließlich kleine Betriebe mit ein oder zwei Beschäftigten, waren beziehungsweise sind noch im Gründerzentrum ansässig. Reinigungsfirmen, Personaldienstleister, Ingenieur- und Immobilienbüros, Werbetechniker oder technische Dienstleister. Die Mietverträge hat die DibaG als Eigentümerin der Immobilie übernommen, sagt Heide Schröder-Ward, die sich seit 2011 federführend um das Gründerzentrum kümmerte.

Im Lauf der Jahre haben im Gründerzentrum mehr als 50 Jungunternehmer den Sprung in die Selbstständigkeit gewagt. Nicht jede Geschäftsidee habe funktioniert, so Schröder-Ward. Es gebe aber auch eine ganze Reihe erfolgreicher Unternehmen, die „flügge“ geworden sind, das Gründerzentrum verlassen und sich andernorts niedergelassen haben. So habe die Nordsee GmbH ihre Anfänge im Gründerzentrum gehabt oder auch das Planungsbüro IST, das heute am Nordfrostring ansässig ist. Auch die Anfänge des Flohmarktladens Findus, heute in Heidmühle an der Bahnhofstraße erfolgreich, liegen in Roffhausen.

Handelsunternehmen für Wälzlager, Antriebstechnik und industrielle Regalsysteme, Service für Saunen und Solarien, außerdem Sprachschulen, Produktionsstätten für Werbeträger und Informationsmittel, Internetfirmen, Schreibbüros, Immobilien- und Versicherungsmakler und sogar eine Gerichtsvollzieherin und ein Künstler hatten Räume im Gründerzentrum gemietet und gingen dort ihren Geschäften nach.


Finanzielle Probleme

Die Insolvenz der Firma Transimex vor etwa sechs Jahren und der spätere Neustart des Servicepartners für Bürotechnik und Telekommunikation in Wilhelmshaven hatte das Gründerzentrum damals vor finanzielle Schwierigkeiten gestellt. Durch etliche Neuansiedlungen konnten die Probleme behoben werden. Leider nicht von Dauer. Jungunternehmer, die ihre Hoffnungen in den Jade-Weser-Port gesetzt haben, sind wieder weg. „Die Nachfrage nach Flächen ist einfach nicht mehr da“, so Schröder-Ward. Außerdem würden rückläufige Förderungen viele potenzielle Existenzgründer vor dem Schritt in die Selbstständigkeit abhalten.

Oliver Braun
Oliver Braun Redaktion Jever
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