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NWZonline.de Nachrichten Wirtschaft

Kein Ende im Abgas-Krimi

12.01.2017

Wolfsburg /Washington Milliarden über Milliarden: Die Einigung zwischen VW und der US-Justiz in strafrechtlichen Fragen lässt die immensen Kosten des Abgas-Skandals für den Konzern erneut ansteigen. Auf Strafzahlungen über 4,1 Milliarden Dollar (4,1 Milliarden Euro) haben sich der Autobauer und das US-Justizministerium geeinigt. Einen entsprechenden Vergleich mit einem Schuldbekenntnis des Konzerns bestätigte das Ministerium am Mittwoch in Washington. Der Ärger ist damit aber noch lange nicht vorbei.

Wer wusste wann von was?

Dass es Probleme mit Abgaswerten in den USA gibt, ist spätestens seit dem Frühjahr 2014 bekannt. Damals veröffentlichte der International Council on Clean Transportation (ICCT) eine Studie zu auffälligen Messungen – von Betrug war aber noch keine Rede.

Der damalige Konzernchef Martin Winterkorn hatte dazu erstmals am 23. Mai 2014 einen Vermerk in seiner Post. Über mögliche Ursachen oder Risiken sei darin nicht berichtet worden, hatte Volkswagen in einer Stellungnahme geschrieben. Am 27. Juli 2015, berichteten Mitarbeiter – darunter wohl auch der in den USA inhaftierte Manager – in Wolfsburg über den Stand der Dinge.

VW hatte bereits Anfang vergangenen Jahres in der Stellungnahme erklärt, Winterkorn und Diess hätten an diesem Treffen teilgenommen. Es sei möglich, aber nicht sicher, dass damals eine Softwareänderung als Grund für die erhöhten Abgaswerte genannt wurde. Der Anklage gegen die Manager zufolge gestattete das Management den US-Kollegen, die Existenz dieser Änderung weiter zu verschweigen. Laut VW forderte Winterkorn eine weitere Aufklärung.

Seit über einem Jahr waren die US-Bundespolizei FBI und Fahnder anderer Justizbehörden im Ursprungsland von „Dieselgate“ dem Verdacht krimineller Taten nachgegangen. VW hatte Abgaswerte Hunderttausender Dieselwagen manipuliert. Mit dem Deal in den Vereinigten Staaten könnte man sich nun freikaufen – allerdings zu einem hohen Preis und nur als Unternehmen. Weitere Prüfungen gegen Manager, Ingenieure oder andere einzelne Verantwortliche stehen auf einem anderen Blatt.

„Die Vereinbarung, die jetzt in den USA im Raum steht, hat keinen Einfluss auf unsere Verfahren hier in Deutschland“, sagt der Braunschweiger Oberstaatsanwalt Klaus Ziehe. Seine Behörde ermittelt aktuell gegen 31 Beschuldigte – wegen möglicher Marktmanipulation auch gegen Ex-Konzernchef Martin Winterkorn, VW-Markenchef Herbert Diess sowie Chefaufseher und Ex-Finanzvorstand Hans Dieter Pötsch. Welche Rolle sie gespielt haben, werde unabhängig vom US-Verfahren nach wie vor geprüft.

Winterkorn selbst will in der kommenden Woche in den Abgas-Untersuchungsausschuss des Bundestags kommen. Sein Anwalt Felix Dörr sagte dem „Handelsblatt“, der Ex-Konzernchef werde selbstverständlich der Ladung folgen. „In welchem Umfang er sich äußern wird, bleibt abzuwarten.“

Die finanzielle Last der Diesel-Affäre drückt derweil immer stärker auf die VW-Bilanz. Bislang hatte Volkswagen 18,2 Milliarden Euro für Rechtskosten im Abgas-Skandal beiseitegelegt. Nun dürfte die Rechnung weiter steigen.

Zur Ruhe dürfte VW allerdings auch in den USA noch nicht kommen. Jüngst wurde ein Mitarbeiter, in Miami vom FBI festgenommen. Er soll laut Klageschrift nach dem internen Bekanntwerden von alarmierenden Ergebnissen der Umweltorganisation ICCT zu Abgaswerten schon im ­April 2014 in einer E-Mail an einen Kollegen geschrieben haben: „Zuerst sollte entschieden werden, ob wir ehrlich sind. Wenn wir nicht ehrlich sind, bleibt alles, wie es ist.“

Auch für die Konzernspitze ist der Fall brisant. Die Geheimhaltung soll angeblich eine von oben vorgegebene Direktive gewesen sein.

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