Berlin - Der Verbrauch von Palmöl in Deutschland kann einer Untersuchung zufolge nur durch einen geringeren Konsum gesenkt werden. Der Austausch durch andere Pflanzenöle wie Kokos-, Soja- oder Rapsöl könne die mit dem Palmöl verbundenen Probleme nicht lösen, sondern würde sie eher noch verschlimmern, sagte Ilka Petersen von WWF Deutschland am Dienstag in Berlin. Die Umweltschutzorganisation hatte in einer Studie rund 98 Prozent des deutschen Palmölverbrauchs ermittelt und geprüft, welche Auswirkungen der Ersatz mit anderen Ölen hätte.

Laut WWF werden in Deutschland pro Jahr rund 1,8 Millionen Tonnen Palmöl verbraucht. Der größte Anteil fällt demnach auf Biodiesel (41 Prozent), Nahrungs- und Futtermittel (40 Prozent) sowie die industrielle Verwendung etwa für Pharmazie oder Reinigungsmittel (17 Prozent). Palmöl befinde sich zudem in jedem zweiten Supermarktprodukt von Margarine, Pizzen und Süßwaren bis hin zu Kosmetika und Waschmitteln.

Für den Anbau der Pflanzen werden in den tropischen Regionen Regenwälder abgeholzt. Vielerorts kommt es zu Menschenrechtsverletzungen und Landraub. So bedroht die Ausweitung von Palmöl-Plantagen beispielsweise die Lebensgrundlagen indigener Völker.

Würde Deutschland das Palmöl komplett austauschen, wären laut WWF rund 1,4 Millionen Hektar mehr Anbaufläche für andere Öle nötig. Raps, Kokos und Sonnenblume erzielten im Durchschnitt rund 0,7 Tonnen Öl pro Hektar. Bei Ölpalmen liege der Ertrag bei durchschnittlich 3,3 Tonnen.

„Durch den zusätzlichen Flächenbedarf würden weltweit Ökosysteme zusätzlich unter Druck geraten“, warnt der WWF. Die Gefährdung von Tier- und Pflanzenarten nähme zu. Auch der Ausstoß von Treibhausgasen würde infolge des gestiegenen Flächenbedarfs und der veränderten Landnutzung anschwellen.

Die Umweltschützer plädieren daher dafür, die Bedingungen beim Palmölanbau zu verbessern und gleichzeitig gezielt den Konsum zu senken. So müsste etwa in Deutschland die Nachfrage nach Schokolade, Eiscremes, Fertiggerichten sowie Fleisch halbiert werden. Auch dürfte Palmöl nicht weiter in Biotreibstoffen verwendet werden.