Dötlingen - Das Zukunftsprojekt „wi helpt di“ für das Leben und Wohnen im Alter in der Gemeinde Dötlingen ist in eine wichtige Phase eingetreten. „Wir sind in der nächsten Runde angekommen“, erklärte Anne-Marie Glowienka als Referentin, die beim CDU-Stammtisch im Waldhotel in Dötlingen den Stand der Dinge erläuterte.
Obwohl zuletzt nach außen nur wenig drang, haben die ersten beiden Säulen des so genannten Drei-Säulen-Modells inzwischen konkretere Formen angenommen.
Kein gemeinsames Dach
Demnach wird es ein einheitliches Genossenschaftsdach als Träger des Gesamtvorhabens so nicht mehr geben. Das ergab eine Abstimmung innerhalb des Arbeitskreises. Der Bereich Nachbarschaft und Leben soll durch einen Verein geführt werden, geleitet von Birgit Schachtschneider. Für die zweite Säule Wohnen/Gestalten wird immer noch als Dachkonstrukt eine Genossenschaft erwogen. Aktuell treten aber neue Gesetzesvorgaben in Kraft. Wie weit jetzt noch die Genossenschaftskonstruktion möglich ist, wird zurzeit geprüft. Britta Puttkammer koordiniert für diese Säule das weitere Vorgehen.
Das dritte Standbein, die Organisation der Pflege, steckt noch in der Findungsphase. Eine mögliche Unterbringung auf dem Gelände der Suchtklinik Oldenburger Land hat noch keine Ergebnisse gebracht. Gespräche laufen.
„Seit Februar 2013 hat der Arbeitskreis Leben und Wohnen im Alter einiges auf den Weg gebracht. Heute ist das Projekt weit verzweigt“, so Glowienka. Der Kreis mit anfänglich 50 Freiwilligen habe sich mittlerweile auf 20 Teilnehmer reduziert, die regelmäßig zu den 14-täglichen Treffen ins Gemeindezentrum Neerstedt kämen.
„Der Arbeitskreis ist inzwischen zum Koordinator des Gesamtprozesses geworden. Alle Mitglieder sind gleichberechtigt. Hier werden die Ergebnisse der drei Säulen gesammelt und beraten“, sagte Anne-Marie Glowienka.
Durch das Verteilen des Handzettels über den Firminusboten seien über 2000 Haushalte erreicht worden. In 16 Jahreshauptversammlungen wurde das Projekt erläutert. Glowienka: „24 Rückmeldungen zur Nachbarschaftshilfe haben wir daraus erhalten. Es geht um Fahrdienste, Gartenarbeit und mehr.“ Außerdem konnten sechs Seniorenbegleiter ausgebildet werden. Im Herbst findet eine weitere kostenlose Schulung „Ausbildung für Seniorenbegleitung Duo“ statt. Eine Informationsveranstaltung wird am 24. September um 15 Uhr im Gemeindezentrum in Neerstedt angeboten. Neben dem Stammtisch für professionelle Dienstleister alle sechs Wochen im Lopshof ist eine Auftaktveranstaltung mit vier Messe-Ständen zur Nachbarschaftshilfe geplant. Zuvor soll möglichst schnell ein Trägerverein gegründet werden. Dafür wird eine Satzung geprüft.
Architekten verpflichtet
Im Bereich Wohnen sind zwei Architektur-Büros verpflichtet worden, die „Baupiloten – Partizipative Architektur Berlin“ und der Neerstedter Architekt Jens Bakenhus. Auf dem gemeindeeigenen Precht-Grundstück in Dötlin-gen sollen 20 bis 25 Wohneinheiten mit Integration von Jung und Alt und dem Schwerpunkt auf Nachbarschaftshilfe entstehen.
In einem Seminar wurden Vorgaben für die Architekten erarbeitet. „Das wird ein Image-Projekt wie das ganze Zukunftsvorhaben“ meinte die Referentin.
