Stenum - „Eigentlich“, sagt Ingeburg Masukowitz, „sind bei uns alle Operationen planbar.“ In der Orthopädie-Klinik Stenum sei daher die personelle Besetzung während der Weihnachtstage sowie zum Jahreswechsel deutlich geringer als in den übrigen 51 Wochen des Jahres. Doch keine Regel ohne Ausnahmen: „Ich habe gerade für kommenden Montag zwei große OP’s eingebucht“, verrät die Pflegedienstleiterin. Kurzfristig stellt sie die Personalplanung um; nun muss beispielsweise für die Aufwachstation ein weiterer Nachtdienst eingeplant werden.

25 Kräfte, viele davon auf einer Halbtags- oder Dreiviertelstelle, sind im Pflegebereich tätig. Zum Jahresende werden kräftig Überstunden abgebaut. An diesem Mittwoch stehe das Gespräch mit den Stationsleitungen an. Geplant sei, über die Feiertage nur zwei der drei Stationen der Stenumer Fachklinik offen zu halten. Statt 61 wären dann nur 15 Betten belegt.

Zehn Pflegekräfte sind über die Feiertage im Einsatz, davon zwei für die Nachtwache. An den Weihnachtstagen übernimmt ihre Stellvertreterin Susanne Kirchner den Dienst, berichtet die Pflegedienstleiterin. Zum Jahreswechsel sei sie dann selbst an der Reihe. Es gibt natürlich einen ärztlichen Bereitschaftsdienst und einen Bereitschaftsplan für das OP-Team und die Anästhesie.

Die letzten Tage des alten Jahres nutzt die 57-jährige Pflegedienstleiterin auch, um sich Gedanken über den Fortbildungskatalog zu machen. Ganz oben auf der Agenda stehen Schulungen zur Hygiene und die Geräteeinweisung. Hinzu kommen Vorträge der Ärzte. Zudem wird eine Putzkolonne organisiert, die die ungenutzte Station reinigt. Aber auch die beiden übrigen Stationen seien bis zur Vollauslastung am 5. Januar wieder tipptopp. Am Heiligabend verteilen die Mitarbeiter der Klinik Weihnachtsmänner und Lebkuchen unter den Patienten. Und wie in den Vorjahren lässt es sich Masukowitz auch diesmal nicht nehmen, ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern bunte Teller und kleine Geschenke zu machen.

Auch wenn die Personalkapazitäten in der Orthopädieklinik während der Festtage deutlich geringer sind: „Ich kann mich an kein Jahr erinnern, in dem wir nicht operiert haben“, sagt Masukowitz, die seit 33 Jahren im Haus beschäftigt ist. Falls ein Patient, der kurz zuvor in Stenum behandelt wurde, einen akuten Vorfall erleide, müsse eben rasch gehandelt werden. Denkbar seien etwa ein Sturz während der Reha-Phase oder ein erneuter Bandscheibenvorfall mit Ausfallerscheinungen. Ohnehin hat Masukowitz den Eindruck gewonnen, dass es mehr Patienten als in den Vorjahren seien, die sich über die Festtage im Krankenhaus behandeln lassen. „Wer große Schmerzen hat, dem ist der Termin der Behandlung egal“, weiß die versierte Pflegerin. Und: „Weihnachten kommt eh jedes Jahr wieder.“

Stefan Idel
Stefan Idel Landespolitischer Korrespondent