Betrifft:
„Masse der Bürger muss mehr bezahlen“ (NWZ vom 11. Februar) und weitere Berichte über den Streit um die getrennte Abwassergebühr in Jever:Leider wurde ich abgehalten, mich frühzeitig um die neuen Abwassergebühren zu kümmern. Zudem hatte ich Vertrauen in die gerechte Verteilung der Kosten.Doch nachdem ich meinen neuen Gebührenbescheid der Stadt Jever studiert habe, ist dieses Vertrauen verschwunden. Zunächst dachte ich, hier hätte sich jemand im Komma versehen. Meine Abwassergebühren stiegen sage und schreibe auf das 3,2fache der alten Gebühr!
Weil ich – wie die Stadt in ihrer Broschüre „Einführung einer getrennten Abwassergebühr“ (unterzeichnet von der Bürgermeisterin) wünscht – ökologisch (sparsam) mit dem Frischwasser umgehe, wirkt sich die minimale Reduzierung der Frischwassergebühr kaum aus. Dagegen schlägt die neue Niederschlagswassergebühr mächtig ins Kontor, und hierauf habe ich leider keinerlei Einfluss.
Zudem muss Niederschlagswasser wohl kaum „geklärt“ werden, im Gegensatz zum Brauchwasser.
Die „ökologische Zielsetzung“ (siehe Broschüre) ist somit unglaubwürdig.
Und nun noch einige Worte zur Höhe der Niederschlagswassergebühr:
Sie ist unabhängig vom tatsächlichen Niederschlag.
Selbst wenn es absolute Dürre geben sollte und kein Niederschlagswasser anfällt, ist sie genauso hoch, wie bei wochenlangen Wolkenbrüchen. Soll das „die tatsächliche Inanspruchnahme“ sein, von der die Stadt in ihrer genannten Broschüre schreibt?
Ich sehe selbstverständlich ein, dass die Gemeinschaftskosten auf die Bewohner bzw. Benutzer oder Verursacher verteilt werden, und zahle entsprechend meine Gebühren.
Aber wenn nur Rechenprogramme erstellt werden, bei denen unter dem Strich alle Unkosten gedeckt werden, so beginne ich an diesem Grundsatz zu zweifeln.
Die selbst propagierten Zielsetzungen der Broschüre und Veröffentlichungen der Stadt sind nur schöne Worte und Beschwichtigungen.
Dies schreibt ein alter und bisher die Stadt liebender Ur-Jeveraner.
Dr. Falko OellrichJeverF
Betrifft:
„Falschmünzer in Marias Auftrag“ (NWZ vom 13. Februar“:Wat den Numismatiker Hanfried Bendig ut Grotenkneten över den Müntmeister Dirk Iden, de siet 1560 ok in Deensten van Froiken Maria van Jever weden hebben schall, all herutfunnen hett, dat is hoog interessant. Man wenn he vertellt, dat de nederdütsch Inschrift „Dat is mien leven son“ up den „Magdebörger Spottdaler“ een annern Herkumst verraden deit, wiel in Magdebörg nie Platt snackt wurden is, denn stimmt d'r wat nich.Weet Heer Bendig denn nich, waar de Plattdütsch Spraak överall snackt wurden is? Dat Middelnederdütsch, un daarüm hannelt sük dat ok bi disse Inschrift, weer doch in't Middelöller de Spraak för ganz Noorddütschland. Daaröver ruut weer Nederdütsch Hansespraak, wurr also as Handelsspraak in all Anrainerstaaten van Noord- un Oostsee snackt.
Magdebörg weer nich blots een Hauptoort för de Hansebund, de Stadt weer al in oldsassisch Tied een bedüdende Königsbörg (Pfalz) an de Grenz van dat sassisch Heertogdom. Un daar wurr Oldsassisch snackt, waar Middelnederdütsch ut entsstahn is. De Sassenspegel, dat Rechtsbook, wat för dat ganz Dütsch Riek van Bedüdung werden schull, hett van Eike van Repgow (nu Repichau) tüschen 1220 un 1235 up Nederdütsch schreven.
Dat kann angahn, dat in't 16. Jahrhunnert, as Nederdüütsch van de hoogdütsch Spraak verdrängt wurr – un dat weer toeerst bi den noorddütschen Adel un in de groden Städer de Fall –, de Müntstee in Magdebörg al up de nee hoogdütsch Mood ingahn is, man wi schullen uns höden to seggen: „Daar wurr sien Daag kien Platt snackt.“
Dat is truurig, dat wi in d' School vööls to minn daaröver lehrt hebbt. Schoolböker, ja sogar de meesten Böker van Lüü van de Wetenskap doot de grood Geschicht van Nederdütsch eenfach doodswiegen. Willt wi uns dat vandaag noch gefallen laten?
Georg SchwittersSchortens(Plattdeutsch-Beauftragter
des Landkreises Friesland)
