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Netzausbau Keine Alternative zur Stromtrasse

Bockhornerfeld - Mehrfach hat die Tennet-Gesellschaft über ihre Planungen für zwei Hochspannungsleitungen von Wilhelmshaven und von Emden nach Conneforde informiert. Beide Leitungen werden im Bereich von Bockhornerfeld zusammengeführt und sollen um den Ort herum gebaut werden (die NWZ  berichtete).

Eigentlich schien alles ruhig, die betroffenen Anwohner kamen zu den Info-Tagen und schauten sich genau die Pläne an. Die Emder Leitung ist im Raumordnungsverfahren, da wird noch nach Trassen und Standorten für Masten gesucht. Die Leitung aus Wilhelmshaven steht kurz vor der Planfeststellung, da sind die Pläne schon konkreter.

Und die Leute aus Bockhornerfeld brachten sich ein. Sie haben selbst einen Vorschlag entwickelt, nach dem die Trasse möglichst weit weg von der Wohnbebauung um ihr Dorf herumgeführt werden kann. Diese Ideen, als Trasse J2 bezeichnet, wurden Tennet präsentiert. Janßen: „Die Vertreter des Unternehmens haben dem auch wohlwollend zugestimmt.“ Ebenso der Bockhorner Verwaltungsausschuss.

Haus wird entwidmet

Die Bockhornerfelder Bürger haben begonnen, Unterschriften für ihre alternative Trassenführung zu sammeln. Janßen erklärt: „Während die Unterschriftenaktion noch lief, hat Tennet ein bebautes Grundstück am Filmerdamm gekauft.“ Begründung sei laut Janßen: Das Grundstück sei für die Wilhelmshaven-Trasse erworben worden. Fakt sei aber: „Im von Tennet veröffentlichten Plan Flur 24 läuft diese Trasse eindeutig an dem Grundstück vorbei. Stattdessen ist auf dem Grundstück ein Maststandort für die Emder Leitung eingezeichnet.“

Jetzt befürchten Peter Junker und Karl Janßen, dass unweit ihrer Grundstücke eine richtige Stromautobahn entsteht, Emder und Wilhelmshavener Leitung mit bis zu 80 Meter hohen Masten nebeneinander, dicht an Bockhornerfeld vorbei. Ihr Fazit: „Für uns ist eine Welt zusammengebrochen.“


Tatsächlich hat Tennet das Grundstück für die Emder Leitung gekauft und plant, dort einen Mast zu errichten, bestätigt Tennet-Sprecher Alexander Greß.

Das Wohnhaus werde entwidmet, möglicherweise sogar abgerissen. Das Grundstück zähle nach der Entwidmung nicht mehr als Fläche für Wohnbebauung.

Den Grund erklärt Greß so: Der Vorschlag, den die Bockhornerfelder gemacht haben (Trasse J2 ), könne die Tennet-Gesellschaft gar nicht umsetzen. Zwar wären die Bockhornerfelder, die den Vorschlag gemacht haben, von J2 weniger betroffen, doch würden durch die Verlegung neue Betroffenheiten geschaffen. Und das sei das Problem.

Kein Einverständnis

Von den Bürgern, an die die Leitung nach dem Vorschlag der Bockhornerfelder näher heranrücken würde, müsse eine Einverständniserklärung erfolgen. Denn sie wären dann so nah an der Leitung dran, dass sie gegen Tennet klagen könnten und Recht bekommen würden: nur 110 Meter. Diese notarielle Einverständniserklärung aber habe ein Grundstückseigentümer verweigert. Tennet habe somit nicht die Möglichkeit, den          Vorschlag der Bürger           aus Bockhornerfeld           umzusetzen.

Sandra Binkenstein
Sandra Binkenstein Thementeam Soziales
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