Brake/Hannover - Während sich einige Braker Bürger beunruhigt darüber äußern, dass die rund 10 000 Tonnen Futtermais aus Serbien, die mit Schimmelpilzen verseucht sind, noch immer in einer Halle im Hafen lagern, sehen es die meisten gelassen. Sie vertrauen den Sicherheitsmaßnahmen. Alle beschäftigt jedoch die Frage, was mit dem Mais geschehen soll.

Eine ins Gespräch gebrachte Variante für die Entsorgung der mit dem krebserregenden Schimmelpilzgift Aflatoxin belasteten Maislieferung scheidet aus. „Der vergiftete Mais kann nicht in einer Biogasanlage verarbeitet werden“, betont Inka Burow, Pressesprecherin des Niedersächsischen Umweltministeriums. Denn Landwirte würden Gärreste aus derartigen Anlagen auf ihren Feldern ausbringen. Weil es sich bei dem Mais mittlerweile um Abfall handeln würde, falle die Entsorgung des verdorbenen Futtermittels allerdings in die Verantwortlichkeit des Umweltministeriums.

Nach den Worten von Inka Burow gibt es ein Entsorgungskonzept. Drei Alternativen würden zurzeit diskutiert. Zum einen wäre es möglich, den Mais über die Hausmüllverbrennung zu entsorgen. Eine andere Möglichkeit ist die Verwendung in einem Biomassekraftwerk. Dabei würde momentan untersucht, ob die Heizwerte ausreichten. Als dritte Möglichkeit böte sich eine Mechanisch-Biologische-Abfallbeseitigungsanlage (MBA) für die Entsorgung an. „Die Anlage arbeitet wie eine Biogasanlage mit Vergärung. Die Reste werden jedoch getrocknet und anschließend deponiert“, sagt die Sprecherin des Umweltministeriums.

Zurzeit würde das Ministerium nachfragen, wie viel verdorbener Mais wo lagert. Der Transport sei dann ohne weiteres zu bewerkstelligen. Die Ergebnisse sollten kommende Woche vorliegen. Wie berichtet, muss der Besitzer des vergifteten Futtermittels dafür ein Konzept vorlegen. Das hatte eine Sprecherin des Niedersächsischen Landesamts für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (Laves) auf Anfrage mitgeteilt. Das würden der Wareneigentümer und die Überwachungsbehörden untereinander klären. Das Hafenunternehmen sei dabei außen vor und werde den kontaminierten Mais nicht anrühren.

Umfassende Berichte zum Futtermittelskandal in einem NWZ-Spezial.