Hude - Erfreuliche Nachricht aus dem Rathaus: Die Gemeinde Hude beendet das Haushaltsjahr 2015 offenbar mit einer ausgeglichener Kasse. Kämmerer Olaf Hespe stellte das vorläufige Ergebnis in der jüngsten Sitzung des Finanzausschusses der Gemeinde vor.
Dennoch gibt es laut Hespe keinen Grund zu überbordender Euphorie: „Wir haben es in einem guten Wirtschaftsjahr gerade geschafft, einen ausgeglichenen Haushalt hinzubekommen“, sagte er. Ursprünglich habe man mit einem großen Defizit gerechnet. Deshalb sei es trotzdem eine „erfreuliche Entwicklung“ für den Klosterort.
Besonders gut war die Entwicklung der Gewerbesteuer. Rechnete die Finanzabteilung mit Einnahmen in Höhe von 4,7 Millionen Euro, waren es am Ende rund 5,35 Millionen. Eine positive Überraschung in Höhe von mehr als 600 000 Euro. Auch der Gemeindeanteil an der Einkommenssteuer entwickelte sich gut: mit etwa 6,7 Millionen Euro lag das Ergebnis über eine halbe Million Euro höher als geplant.
Hespe präsentierte zudem eine Aufstellung über die Entwicklung der Verschuldung in den vergangenen zehn Jahren. Demnach konnte der Schuldenstand von 7,6 Millionen Euro um mehr als die Hälfte auf etwa drei Millionen Euro verringert werden.
Diese Entwicklung werde sich so aber nicht fortsetzen. „Es gibt eine Reihe an Maßnahmen, die noch nicht bezahlt sind“, sagte Hespe. Bürgermeister Holger Lebedinzew pflichtete ihm bei. „Von 2005 bis 2015 wurde ein strikter Sparkurs gefahren – so können wir aber nicht weitermachen.“ Man müsse wieder Schulden machen, um allen kommunalen Aufgaben angemessen nachkommen zu können. Beispielsweise müssten dringend einige Straßen saniert werden.
Der Bürgermeister sieht die Gemeinde ohnehin als chronisch unterfinanziert. Er werde sich für eine bessere Umverteilung zwischen Kommunen, Land und Bund einsetzen. Steuererhöhungen kämen nicht in Frage. „Ich möchte nicht dem Bürger in die Tasche greifen“, erklärte Lebedinzew.
