Ramsloh - Viele Ramsloher Bürger waren am Donnerstagabend ins Rathaus gekommen, um zu hören, wie es mit der geplanten Kompostierungsanlage der Firma Moorkultur an der Moorgutsstraße weitergeht. Wie berichtet sorgen sich Anlieger des Horstweges und des Moorrandweges darum, dass sie durch die Anlage künftig höheren Geruchsbealstungen ausgesetzt sein könnten.
So hatten sie Bürgermeister Hubert Frye in der vergangenen Woche ein Schreiben übergeben, in dem sie ihre Bedenken zum Ausdruck bringen. Der Ausschuss für Planung, Bau und Umwelt konnte diese jedoch bei seiner Sitzung am Donnerstag ausräumen.
Frye teilte mit, dass aufgrund Anregungen der Bürger und Träger öffentlicher Belange ein Geruchsgutachten in Auftrag gegeben worden sei. Dieses sei zwar noch nicht ausgearbeitet. Jedoch sei der Gemeinde bereits mitgeteilt worden, dass maximal zwei Prozent der Jahresstunden von einer Geruchsbelästigung betroffen seien. Dieser Wert gelte als unbedenklich.
Werner Gieselmann vom Büro für Stadtplanung führte aus, dass eine weitere Betrachtung der Stickstoffbelastung nicht erforderlich sei, wenn die von einer Anlage ausgehende Zusatzbelastung durch Stickstoff von fünf Kilogramm pro Hektar im Jahr nicht überschritten werde. Die Belastung der in Abständen von 750/1100 Metern nächstgelegenen Häuser östlich des Plangebietes liege weit unter den fünf Kilogramm pro Jahr.
Die Anlieger befürchteten des Weiteren, dass die Kompostierungsanlage Auswirkungen auf die Alternativroute der Moorerlebnisroute haben könnte. Gieselmann erläuterte, dass die Route visuell nicht beeinträchtigt werde. Auch zusätzlicher Lkw-Verkehr würde nicht entstehen. Durch die Anlage vor Ort könne das (ausschließlich pflanzliche) kompostierte Material mit dem Torf vermischt werden. Die Anlage diene so auch einer Reduzierung des Torfbedarfs und des Verkehrs.
„Die Firma plant für die Zukunft, das ist gut“, sagte Gerhard Henken (CDU). Gleichzeitig könne er die Bedenken der Anlieger verstehen. Er regte an, dass die Firma zusammen mit ihnen eine bestehende Kompostierungsanlage besichtigen könne. Der Rat habe sich, so Frye, am Mittwoch eine angesehen. „Es waren kaum Gerüche erkennbar“, sagte er. Die Kompostierung von Strauchschnitt aus den Naturschutzgebieten sei sinnvoll. „Es ist positiv für die Entwicklung der Natur. Verholzung kann so vermieden werden. Es führt zu längerer Torfentnahme und zur Sicherung von Arbeitsplätzen.“
Mehrheitlich sprachen sich die Ausschussmitglieder dafür aus, den Bebauungsplan und die Änderung des Flächennutzungsplanes unter Berücksichtigung der eingegangenen Stellungnahmen anzunehmen. Der Planentwurf wird nun öffentlich ausgelegt.
