Ovelgönne - Wochenlange Vollsperrungen, überlastete Umleitungsstrecken und Unternehmer, die darüber klagen, für Kunden und Lieferanten nicht erreichbar zu sein: Dieses Sommer-Szenario spielt sich seit einigen Jahren regelmäßig in der Gemeinde Ovelgönne ab. Denn die Bundesstraße 211 ist eine wichtige Verkehrsader, die mit regelmäßigen Sanierungsarbeiten am Leben gehalten werden muss.
Rund 13 000 Fahrzeuge rollen nach Angaben der Niedersächsischen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr, Geschäftsstelle Oldenburg, täglich über die Bundesstraße – entsprechend hoch ist die Belastung. Der weiche Untergrund in der Wesermarsch trägt zusätzlich dazu bei, dass es zu Straßenschäden kommt.
Doch in diesem Jahr wird es das beschriebene Szenario erstmals nicht geben. Laut Joachim Delfs, Leiter der Oldenburger Geschäftsstelle der Landesbehörde, sind im Sommer „keine größeren Bauarbeiten“ geplant. Es könne zwar sein, dass Absackungen oder kleinere Flickstellen beseitigt werden, um die Verkehrssicherheit zu gewährleisten; aber wochenlange Sperrungen, um Fahrbahnabschnitte grundlegend zu sanieren, stehen diesmal nicht an. Die B 211 sei aufgrund der Maßnahmen in den vergangenen Jahren „in einem relativ großen Bereich in einem guten Zustand“, sagt Delfs. Deshalb seien „in diesem Jahr eher Bauarbeiten auf der B 212 geplant“.
Allerdings müssten Nutzer sowie Anwohner der Bundesstraße 211 damit rechnen, dass in den nächsten Jahren wieder größere Baumaßnahmen notwendig werden. „Es ist ja noch nicht alles instand gesetzt“, sagt Delfs. Diese Maßnahmen, die natürlich wieder für die Sommermonate geplant werden, würden auch erneut Vollsperrungen nach sich ziehen.
Dass die Bauarbeiten notwendig sind, ziehen Anwohner und Gewerbetreibende nicht in Zweifel. Aber sie haben in der Vergangenheit mehrfach vorgeschlagen, die Straße nicht voll zu sperren, sondern den Verkehr mittels Ampelschaltung über die B 211 zu leiten.
Das hat die Landesbehörde jedoch stets abgelehnt – mit dem Hinweis, dies sei angesichts der vielen Fahrzeuge nicht praktikabel. Außerdem würde sich dadurch die Bauzeit verlängern.
