Von Klaus-Peter Jordan
Frage:
Ab Januar sollen Schafhalter jedes Tier mit einem elektronischen Chip kennzeichnen. Warum wehren Sie sich dagegen?Schmidt:
Weil es dem Verbraucher keinen zusätzlichen Schutz gibt und dem Schafhalter unnötige Kosten aufbürdet. Zudem fordert es vom Schafhalter erheblichen bürokratischen Aufwand. Diese Zeit fehlt den Schäfern im Betrieb – Schafe betreuen, Landschaften pflegen, Deiche für den Hochwasserschutz sichern.Frage:
Welche Lösung könnten Sie sich vorstellen?Schmidt:
Eine einfache Betriebskennzeichnung reicht aus. Sollte ein Schaf mit einer Krankheit auffallen, die den Verbraucher gefährden könnte, so muss der Betrieb für die Vermarktung seiner Tiere gesperrt werden. Bei der Betriebskennzeichnung wird das Kfz-Kennzeichen genutzt, so ist auch behördlich eine schnelle Ortung des Betriebs möglich. Anders bei der Einzeltierkennzeichnung. Hier wäre bei einer extra eingerichteten Datenbank nachzufragen. Das bedeutet: hohe Kosten, langer Zeitaufwand.Frage:
Bekommen Sie Unterstützung von der Politik?Schmidt:
Klares Nein – es wird darauf verwiesen, dass es eine EU-Verordnung gibt und hiesige Politiker deswegen wenig Einfluss hätten. Schon ist man aus der Verantwortung! Deutschland stimmte bei dem Versuch Großbritanniens, die elektronische Kennzeichnung auszusetzen, mit Enthaltung – Begründung: keine Aussicht auf Erfolg. Dies zeigt, wie die Regierung bei diesem Thema hinter den Schafhaltern steht.Frage:
Würden Sie dem Nachwuchs heute noch zur Schafzucht raten?Schmidt:
Der Nachwuchs sollte nicht den Kopf in den Sand stecken. Wer Freude an den Schafen und der Natur hat, sollte sich mit den Verhältnissen arrangieren.Die elektronische Einzeltierkennzeichnung bei Schafen belastet die Schafhalter, so Heiko Schmidt (Berne), stellvertretender Bundesvorsitzender der Schafzüchter.
