Aschau/Nordenham/Varel/Bremen - Der Flugzeugbauzulieferer Premium Aerotec (PAG/Augsburg), derzeit eine 100-prozentige Tochter des Luft-und Raumfahrt- sowie Rüstungskonzerns EADS, wird nach der Umstrukturierung und Umbenenn des Konzerns in Airbus Group nicht in die Luftfahrtsparte (Airbus) zurückintegriert, sondern sie bleibt eine 100-prozentige Tochter der Airbus Group.

„Eine Wiedereingliederung von PAG ist für mich kein Thema. Die Firma muss endlich operativ und qualitativ vielseitig aufgestellt und, vor allem, sinnvoll integriert werden. Da genau steht im Lastenheft der neuen Führungsmannschaft, die mein volles Vertrauen hat“, sagte EADS-Vorstandschef Tom Enders in Aschau (Bayern) im Gespräch mit dieser Zeitung.

Damit sind Gerüchte vom Tisch, dass aus PAG wieder Airbus werden könnte. Beim Flugzeugbauzulieferer Premium Aerotec in Nordenham, Varel, Bremen und Augsburg sind derzeit mehr als 9000 Menschen beschäftigt.

Als Folge der Unzufriedenheit des Mutterkonzerns EADS mit seiner Tochter PAG mussten in der Vergangenheit der Vorsitzende der Geschäftsführung, der Finanzchef und der Personalleiter von Bord gehen. Der Konzern drängt früheren Angaben zufolge auf Effizienzsteigerungen. Bei den drei Standorten von Premium Aerotec im Nordwesten handelt es sich um ehemalige Airbus-Werke.

Am kommenden Montag wird Dr. Christoph Hoppe, ein langjähriger Weggefährte von Tom Enders, die Leitung der Geschäfte bei PAG übernehmen. „Ich bin zuversichtlich, dass Herr Hoppe kurzfristig Lösungen finden wird, Premium Aerotec auf soliden und profitablen Wachstumskurs zu bringen“, betonte Günter Butschek, Airbus-Chef Deutschland und Aufsichtsratsvorsitzender von PAG.


Airbus ist mit Abstand der größte Auftraggeber von Premium Aerotec.