Wildeshausen - Aufregung in der Wildeshauser Innenstadt: Ein Mann ist zusammengebrochen, kein Puls und keine Atmung. Der Mann hatte Kammerflimmern, wie sich später herausstellt. Ein Defibrillator hätte schnelle Hilfe gebracht. Aber im Wildeshauser Stadtgebiet sucht man lange, bis man einen Defibrillator (Defi) findet. Es gibt keine Hinweisschilder, im Stadthaus befindet sich der kleine Lebensretter gar unter dem Empfangstresen. Wie finden Ersthelfer den Weg zu einem Frühdefibrillator? Die NWZ hat einmal nachgefragt.
Keine Defis gelistet
Die Frage nach den Standorten in der Stadt Wildeshausen kann Jörn Kaminski nicht beantworten. Er ist beim Landkreis Oldenburg für das Rettungswesen zuständig „Eine Übersicht der Defibrillatoren gibt es zurzeit nicht.“ Einige seien von der Stadtverwaltung in den Schulen oder im Schwimmbad aufgehängt worden, es gebe aber auch private Geräte in Banken oder Betrieben.
Auch in der Stadtverwaltung von Wildeshausen liegt keine Übersicht der Frühdefibrillatoren vor, wie Pressesprecher Hans Ufferfilge auf Nachfrage der NWZ bestätigt.
Registrierung möglich
Die Lösung ist scheinbar einfach. Die Großleitstelle Oldenburger Land, von der die Notrufe aus der Region koordiniert werden, sammelt die Standorte der Geräte. „Im Falle eines Herz-Kreislaufstillstandes wird unserem Mitarbeiter im System angezeigt, wenn in der Nähe des Einsatzortes ein Defibrillator verfügbar ist. Wir können diese Information aber nur dann geben, wenn die Geräte bei uns gelistet sind“, sagt Frank Leenderts, Geschäftsführer der Großleitstelle.
Diese Registrierung ist freiwillig und erfolgt über die Internetseite der Großleitstelle. Bisher ist in Wildeshausen kein einziger Defibrillator in der Leitstelle registriert. In der Gemeinde Großenkneten hingegen sind 14 Geräte gemeldet, in Ganderkesee einer, zwei sind in Delmenhorst gemeldet. Insgesamt kann die Großleitstelle auf 305 gemeldete Geräte in ihrem Zuständigkeitsgebiet zurückgreifen.
Aber Rettung ist in Sicht. „Es gibt die Bestrebungen, alle Defibrillatoren, die öffentlich zugänglich und nutzbar sind, zentral zu erfassen“, so Kaminski. Diese Erfassung solle im Zuge des Projektes „Erleben“ geschehen. Das Projekt zur Erhöhung der Überlebensraten nach Herzstillstand ist eine Kooperation zwischen den Landkreisen Ammerland, Wesermarsch, Oldenburg, Cloppenburg sowie der Städte Oldenburg und Delmenhorst in Zusammenarbeit mit der Großleitstelle Oldenburg sowie dem Landkreis Vechta mit seiner Einsatzleitstelle. Die Erfassung der Defibrillatoren solle im kommenden Jahres erfolgen, so Kaminski.
„Der Früh-Defibrillator ist für jedermann nutzbar. Die Benutzung ist selbsterklärend, Man kann nichts falsch machen“, erläutert Kaminski.
