Frage:
Frau Hoting, wie kommt man auf die Idee, eine Zeitzeugenbörse zu gründen?Hoting:
Ausschlaggebend war die Zeit, die ich in den 50er und 60er-Jahren bei Merkur gearbeitet habe. Das war eine tolle Zeit, deren Erinnerung bewahrt werden muss. Angeregt durch einen NWZ -Artikel habe ich mich dann mit anderen zusammengetan. Und weil wir keinen Verein wollten und keinen Kaffeeklatsch, wurde es eine Zeitzeugenbörse.Frage:
Wie lautet das Ziel?Hoting:
Ganz einfach: Stadtgeschichte ist für jeden einzelnen auch Lebensgeschichte. Und die ergibt umgekehrt wieder die Geschichte Oldenburgs.Frage:
Hatte dieser Ansatz gleich Erfolg?Hoting:
Das Interesse war zuerst groß, dann aber blieben viele den Treffen fern. Das machte aber nichts, wir sind längst eine gut funktionierende Gruppe, gehören seit August 2006 auch zum Agendaprozess.Frage:
Wer soll sich von Ihrer Arbeit, von den Vorträgen, die die Börse anbietet, angesprochen fühlen?Hoting:
Junge wie ältere Leute. Junge, weil sie Antworten auf historische Fragen aus erster Hand erhalten, Ältere, weil sie mitbekommen, wie aus ihren Geschichten Geschichte wird. Und Außenstehende, die das von uns selbst Erlebte nutzen, um Geschichte verständlich zu machen.Frage:
Da sind Dokumente aber ebenfalls wichtig?Hoting:
Richtig. Ich war immer der Meinung, dass nicht alles weggekommen sein kann. Und so ist es auch. Die Leute haben viele Dinge aus ihrem Leben aufbewahrt. Das hilft uns.InFos
gibt Ruth Hoting unter Tel. 2 60 78 oderindex.php?id=2611
Ruth Hoting (geb. Meyer) war viele Jahre lang Mitarbeiterin im Kaufhaus Merkur. Außerdem gründete sie die Agendagruppe „Zeitzeugenbörse“ und ist heute deren Sprecherin.
