KKU produziert nach zehntägigem Stillstand wieder Strom
Wieder am Netz
ist nach zehntägigem Stillstand seit dem frühen Dienstagmorgen das Kernkraftwerk Unterweser. Der Reaktor war am 1. Dezember abgeschaltet worden, um einen schadhaften Wasserabscheider im Turbinensatz im konventionellen teil der Anlage reparieren zu können. Die Wasserabscheider in den Hochleistungsturbinen im Maschinenhaus sorgen dafür, dass die Wasseranteile im Dampf herausgetrennt werden, um Schäden im Turbinenbereich zu vermeiden. Der sicherheitstechnisch nicht relevante Schaden war durch erhöhte Schwingungen in der Turbine festgestellt worden.Die Bürgermeister der umliegenden Gemeinden erhalten Hintergrundinformationen. Die Studie werfe aber auch einige Fragen auf.
von rolf bultmann
kleinensiel Nur ein Bürger, jedoch etliche Mitarbeiter des Kernkraftwerks Unterweser haben in dessem Kommunikationszentrum am Dienstag nach Informationen über die „Epidemiologische Studie zu Kinderkrebs in der Umgebung von Kernkraftwerken“ gefragt. Die jetzt veröffentlichte KiSS-Studie kommt zu dem Ergebnis, dass das Risiko für Kinder unter fünf Jahren, an Krebs zu erkranken, zunimmt, je näher ihr Wohnort an einem Kernkraftwerk liegt.
„Wir nehmen die Studie und die Sorgen in der Bevölkerung ernst“, sagte Almut Gilcher. Die Leiterin des KKU-Kommunikationszentrums glaubt aber nicht, dass die Studie Auswirkungen auf den Betrieb der Kernkraftwerke haben wird. Wer Fragen zu der Studie hat, die aufgrund der geringen Fallzahlen keine Aussagen zu der Situation an den einzelnen Kraftwerksstandorten beinhaltet, könne sich im Kommunikationszentrum ( 04732/802501) melden, bietet Almut Gilcher an. Zudem wurden noch am Dienstag Hintergrundinformationen zur KiKK-Studie an die Bürgermeister der umliegenden Kommunen versandt.
An der wissenschaftlichen Methodik der Studie sei nichts auszusetzen, jedoch wirft sie nach Ansicht von Almut Gilcher etliche Fragen auf. So gebe es unter anderem keinen Vergleich zur Häufigkeit von Krebserkrankungen im Bereich anderer Industrieanlagen. Zudem verwies die Kommunikationszentrum-Leiterin auf eine Veröffentlichung im Deutschen Ärzteblatt im Jahr 1998. Danach gebe es in Europa 240 gehäufter Vorkommen von Leukämie-Erkrankungen, von denen sich nur vier in der Nähe von Kernkraftwerken befänden.
Wie die NWZ bereits berichtete, kommt die vom Kinderkrebsregister in Mainz im Auftrag des Bundesamtes für Strahlenschutz (BfS) erstellte KiKK-Studie zu dem Ergebnis, dass in den Jahren 1980 bis 2003 im 5-Kilometer-Umkreis der 16 deutschen Standorte von Kernkraftwerken 77 Kinder unter fünf Jahren an Krebs (davon 37 an Leukämie) erkrankten. Im statistischen Durchschnitt wären 48 Fälle zu erwarten gewesen. Ein erhöhtes Krebsrisiko gebe es für diese Altersgruppe auch im 50-Kilometer-Umkreis (1592 Fälle). Bundesweit erkrankten in den 24 Jahren 13 373 unter fünf Jahre alte Kinder an Krebs.
Die Studie kann keine Aussagen darüber machen, warum das Krebsrisiko für in unmittelbarer Nähe von Kernkraftwerken wohnende Kleinkinder größer ist.
Mehr Infos unter www.bfs.de KKU produziert nach zehntägigem Stillstand wieder Strom
