Wüsting - „Wo ist denn der Jubilar?“ – Mit einer gerahmten Urkunde in der Hand steht Michael Schütte in seinem Büro. Der Wüstinger Werkstatt-Inhaber ist aufgeregt. Heute will seinen treuesten Mitarbeiter ehren: vor 40 Jahren hat Herbert Janßen nicht nur als erster Lehrling im Betrieb  angefangen, sondern auch die gesamte Entwicklung des Familienunternehmens verfolgen können.

„Wir kennen uns noch aus der Sandkiste“, erinnert sich Michael Schütte. Der heute 40-Jährige hatte damals als „Knirps“ noch oftmals das Nachsehen.

Heute ist er als Vorgesetzter sehr zufrieden mit dem „rüstigen“ Kraftfahrzeugmechaniker, den er quasi mit Übernahme des Betriebs vom Vater „geerbt“ hat.

„Zuverlässig, pünktlich, freundlich und flexibel“, lobt der Wüstinger sein „ältestes Pferd im Stall“. Herbert Janßen, der inzwischen dazugekommen ist und etwas verlegen in seinem blauen Kittel im Büro des Vorgesetzten steht, lächelt bescheiden.

Spaß mache ihm vor allem die Vielseitigkeit seines Jobs. Eigentlich gäbe es kaum etwas Motorisiertes, was er nicht schon instand gesetzt habe. Der 55-Jährige erinnert sich an die Anfangszeit in den frühen 70er Jahren, wo in der Wüstinger Werkstatt hauptsächlich Landmaschinen repariert wurden.


Diese Zeiten sind inzwischen vorbei. Und auch der Mitarbeiterstamm ist gewachsen. Neben dem Linteler schrauben vier andere Mechaniker an den reparaturbedürftigen Kraftfahrzeugen, vier weitere Kollegen sind mit Büroarbeit beauftragt. Mit denen würde der Jubilar jedoch nicht tauschen wollen. „Wenn man abends sieht, was man den Tag über geschafft hat – das ist schon ein schönes Gefühl“, erzählt er. Danach entspannt sich Herbert Janßen übrigens bei einem ganz und gar nicht PS-starken Hobby: „Schafzucht ist meine private Leidenschaft“, verrät er.

Zur Arbeit kommt der Kfz-Mechaniker mit seinem VW. Ohne viel „Schnickschnack“.

Und auch, wenn es ihn ehrt, eine Urkunde vom Vorgesetzen zu erhalten, scheint er sich doch in der Werkstatt mit Schraubenschlüssel in der Hand am wohlsten zu fühlen. „Herr Janßen denkt sich in alles rein. Eigentlich sagt er bei jeder Anfrage: ,Klar, mach ich’“, lobt Michael Schütte, während er nun endlich Gelegenheit hat, die Auszeichnung an den Jubilar zu überreichen. Davon hat der Linteler im übrigen schon eine. Für 25 Jahre Mitarbeit. Vielleicht gibt es auch noch eine dritte. 50 Jahre nämlich, plant Herbert Janßen in der Wüstinger Werkstatt die Stellung zu halten.