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NWZonline.de Nachrichten Wirtschaft

Engerer Zusammenarbeit Beim Schiffsbau: Neue deutsche Werft nur für Marineschiffe im Gespräch

17.04.2020

Kiel Mehrere deutsche Werften signalisieren ihre Bereitschaft zu engerer Zusammenarbeit im Marineschiffbau. „Unabhängig von der aktuellen Diskussion haben wir immer gesagt, dass wir offen sind für Gespräche über mögliche Konsolidierungsszenarien“, sagte der Sprecher von Thyssenkrupp Marine Systems (TKMS), Stefan Ettwig, am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur. „Dies gilt aber nur, wenn diese wirtschaftlich darstellbar und politisch gewollt sind.“ TKMS-Personalvorstand Oliver Burkhard twitterte, Konsolidierung mache gegebenenfalls Sinn. „Sprechen dazu auch.“

Zuvor hatte der NDR berichtet, dass die Bremer Lürssen-Werft und die Kieler Werften TKMS und German Naval Yards (GNYK) Gespräche über die Zusammenlegung des Marineschiffbaus führten. Diese liefen seit Januar. Die Bundesregierung unterstütze das Vorhaben und fungiere als Moderator. Ziel sei die Gründung eines neuen Werftkonzerns, der sich ausschließlich auf den Marineschiffbau konzentrieren soll, wie der NDR unter Berufung auf Verhandlungskreise berichtete.

„Konsolidierung der Systemhäuser ist sinnvoll“

„Wir halten eine Konsolidierung der Systemhäuser im deutschen Marineschiffbau für sinnvoll und erforderlich, um dadurch nachhaltig die internationale Wettbewerbsfähigkeit zu stärken“, sagte Lürssen-Sprecher Oliver Grün.

Ähnlich äußerte sich die Kieler Werft German Naval Yards: „Die Notwendigkeit und die Chancen einer deutschen Konsolidierung im Marineschiffbau sind in den vergangenen zwei Jahren sowohl von uns selbst als auch von unserem Eigentümer, der Privinvest, immer wieder betont worden“, sagte Geschäftsführer Jörg Herwig. „Nur ein starker deutscher Player wird künftig international wettbewerbsfähiger sein und den maritimen deutschen Hochtechnologiesektor sichern und ausbauen; zugleich ist es ein guter Weg zum Erhalt Tausender Arbeitsplätze und der Werft-Standorte in Deutschland.“

Schleswig-Holsteins Wirtschaftsminister Bernd Buchholz (FDP) hat Überlegungen über eine Fusion deutscher Werften grundsätzlich befürwortet. „Denn gerade vor dem Hintergrund der europäischen, teilweise staatlichen Konkurrenz ist eine Konsolidierung der deutschen Marineindustrie der richtige Weg“, sagte Buchholz der Deutschen Presse-Agentur. Der Erfolg hänge maßgeblich von ausreichend Aufträgen der heimischen Marine ab. „Hier muss die deutsche Marine den Unternehmen ein Mindestmaß an Planungssicherheit geben.“

Größter Marineauftrag in der Bundeswehr-Geschichte

Auch der niedersächsische Wirtschaftsminister Bernd Althusmann (CDU) sprach sich für eine Stärkung des Werftenstandorts Deutschland aus. „In vielen europäischen Ländern haben sich Werftverbünde gebildet, die unter anderen Voraussetzungen auf dem globalen Markt agieren“, sagte er. Die Bundesregierung habe den Marine-Überwasserschiffbau zur Schlüsseltechnologie erklärt. „Eine starke Vernetzung der drei großen Marine-Werften wäre der nächste Schritt, um diese Technologie im Land zu halten und international wettbewerbsfähiger zu werden.“

Am 13. Januar war bekannt geworden, dass das europaweit ausgeschriebene neue Marine-Kampfschiff MKS 180 unter Federführung der niederländischen Damen-Werft bei Blohm und Voss in Hamburg gebaut werden soll. Es ist der größte Marineauftrag dieser Art in der Geschichte der Bundeswehr. Um den Auftrag hatte sich auch die beiden Kieler Werften beworben. Die Entscheidung für das niederländisch geführte Konsortium war in Politik und Wirtschaft auf massive Kritik gestoßen. Blohm und Voss gehört seit 2016 zur Lürssen-Gruppe.

Der Bezirksleiter der IG Metall Küste, Daniel Friedrich, warnte, dass eine Konsolidierung nicht auf Kosten von Standorten und Betrieben gehen dürfe. „Ein Zusammenschluss im Marineschiffbau kann sinnvoll sein, wenn damit eine Stärkung der Branche einhergeht und so die Schlüsseltechnologie in Deutschland gesichert wird, wie es sich die Bundesregierung zum Ziel gesetzt hat.“ Das Know-how im deutschen Schiffbau müsse gesichert werden. „Es geht um tausende Arbeitsplätze auf den Werften an der Küste und bei Zulieferern, die ihre Werke teilweise auch in Bayern oder Baden-Württemberg haben.“

Werft in Kiel ist die nächsten Jahre ausgelastet

Lürssen ist auf den Bau von Marineschiffen und Luxusjachten spezialisiert und betreibt mehrere Werften an der Unterweser, in Hamburg, Rendsburg und Wolgast (Mecklenburg-Vorpmmern). Auch das Marineschulschiff „Gorch Fock“ soll Lürssen sanieren.

TKMS hat neben Kiel weitere Standorte in Hamburg, Emden und Bremen. Die Werft in Kiel ist nach Unternehmensangaben die nächsten Jahre ausgelastet. Von den rund 6000 Beschäftigten bei TKMS sind etwa 2800 in Kiel tätig. German Naval Yards beschäftigt in Kiel etwa 500 Mitarbeiter. Der Kieler Betrieb und die ebenfalls zur internationalen Schiffbaugruppe Privinvest gehörende Werft Nobiskrug in Rendsburg haben wegen der schwierigen Produktionsbedingungen in der Corona-Krise zum 1. April Kurzarbeit angemeldet. Der Standort Rendsburg hat ebenfalls 500 Mitarbeiter.

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