Hooksiel - Der Kiel liegt, die Spanten sind gesetzt: Die Restaurierung des Hooksieler Mudderboots durch Spezialbootsbauer Wolfram Heibeck hat begonnen. Am Dienstag feierte Erwin Abels, Vorsitzender des Seebadevereins Hooksiel gemeinsam mit Bürgermeister Harald Hinrichs und Gästen die Kiellegung.
Seit 1992 lag das schwarze Holzboot mit den ausladenden Heckflügeln als technisches Denkmal am Alten Hafen. Laut Abels ist es das einzige erhaltene Mudderboot im norddeutschen Raum. Mit solchen Booten wurden früher die Zufahrten der Sielhäfen von Schlick geräumt. Das Hooksieler Boot, das 1925 gebaut wurde, sorgte bis 1960 dafür, dass die Fahrrinne von Hooksiel frei blieb. Zum Schlickräumen wurde zunächst Wasser hinterm Sieltor gestaut und das Boot mit abgesenkten Flügeln in die Fahrrinne gesetzt. Wurde bei Ebbe das Sieltor geöffnet, schob das ablaufende Wasser das Mudderboot in die offenen See und nahm dabei auf zwölf Metern Breite den Schlamm mit.
Doch das Mudderboot moderte im Lauf der Jahre vor sich hin, „zuletzt wurde es nur noch durch die Farbe zusammengehalten“, sagte Erwin Abels. Im Frühjahr dann stand die Finanzierung der Sanierung, zu der neben der Spendensammlung durch den Seebadeverein und Hooksieler Vereine auch zahlreiche Sponsoren beigetragen haben.
Wie Bürgermeister Harald Hinrichs – die Gemeinde ist Eigentümerin des Mudderboots – berichtete, kostet der Wiederaufbau des technischen Denkmals rund 25 000 Euro. 14 000 Euro trägt der Seebadeverein, rund 2500 Euro steuert die Gemeinde bei, der Rest wird durch Sponsoren finanziert.
Weitere Spenden für den Bau eines Betonsockels am Deich des Alten Hafens, wo das Mudderboot auch künftig stehen soll, und für Beleuchtung sind willkommen (Kontonummer 4157640004, Volksbank Jever, BLZ 28262254).
Einen Namen soll das Boot dann auch bekommen: „Panje“ nach dem früheren Wirt „Zum Hook“ Ewald Behrends, der sich viele Jahre lang um das Bot gekümmert und seine Nutzung erklärt hatte.
„Nach der Kiellegung kommt der Stapellauf – aber den sparen wir uns“, scherzte Bürgermeister Hinrichs. Dennoch legte Richard Herfurth, Vorsitzender der Dorfgemeinschaft, nach altem Werftbrauch einen Glückscent unter den Kiel.
