Eversten - Die Ev.-luth. Kirchengemeinde St. Ansgar aus Eversten unterstützt mit der Sammlung von Lebensmitteln die Oldenburger Tafel, die auch Flüchtlinge, die in Oldenburg leben, mit Lebensmitteln versorgt. Die ersten vier Kisten mit vorrangig Trockenware wie Reis, Couscous, Nudeln, arabischen Gewürzen und Kokosmilch wurden an die Leiterin der Tafel, Inka Ibendahl, übergeben.
Voller Stolz tragen Antonia, Malin und Paulina die voll bepackten Kisten aus dem Auto in die Räume der Tafel. Dort warten die Ehrenamtlichen gerade auf diese Produkte, denn sie gehören nicht zur Produktpalette, mit der die Geschäfte die Tafeln versorgen. Trockenprodukte werden bei Ablauf der Mindesthaltbarkeit an die Hersteller zurückgesandt.
Gemeinsam mit einer Gruppe Ehrenamtlicher um die Kirchenälteste Ingeborg Böning sowie Gerda Pries und Ursel Petersen organisieren die Jugendlichen jetzt zwei Wochen im Rahmen des regelmäßigen Stehkaffees im Anschluss an den Gottesdienst eine Verkaufsaktion. Im Laufe der Woche fahren sie in einen türkischen Supermarkt in Oldenburg und kaufen ein, was sie dann nach den Gottesdiensten gegen eine Spende in die Kisten für die Oldenburger Tafel packen.
Gleich bei der ersten Aktion sei alles schon in fünf Minuten verkauft worden, berichtet die 14-jährige Paulina. Die erste Aktion hatte einen Umfang von rund 150 Euro. So soll es nun alle zwei Wochen weitergehen.
Mit dieser Aktion reagieren Jugendliche und Ehrenamtliche aus St. Ansgar auf einen Brandbrief von Inka Ibendahl. Die Vorsitzende der Tafel hat die Kirchengemeinden um Hilfe gebeten. Flüchtlinge aus Syrien, Irak und Afghanistan gehören zwar schon länger zur Kundschaft der Oldenburger Tafel, da sie den Oldenburg Pass haben. Doch das Sortiment der Tafel entspricht nur teilweise ihren Ernährungsgewohnheiten.
Die Tafel versorgt mit ihren rund 120 Ehrenamtlichen bereits jede Woche an drei Ausgabetagen mehr als 4500 Menschen. Um auch Flüchtlinge verstärkt in die Nutzergruppen integrieren zu können, braucht Inka Ibendahl tatkräftige Unterstützung. Damit die Tafel alle Menschen gleich behandeln kann, soll ein vierter Ausgabetag einrichten werden, wofür allein 50 neue Ehrenamtliche gefunden werden müssen.
Für Antonia, Malin und Paulina wie auch die Ehrenamtlichen aus St. Ansgar steht fest, dass sie sich langfristig engagieren wollen. In der Jugendgruppe hätten sie schon länger diskutiert, wie sie sich engagieren und den Flüchtlinge helfen könnten, berichtet Paulina. Schnell und auf kurzen Wegen zu helfen, war auch das Anliegen der Gruppe um Ingeborg Böning.
Eine tolle Erfahrung sei auch der Einkauf im türkischen Supermarkt gewesen.
