Frau Schmick, die meisten Menschen sind gerne in der Sonne. Warum ist Sonnenschutz so wichtig?

Kirsten SchmickDas stimmt, aber jeder Sonnenkontakt verursacht auch Schäden im Erbgut der Hautzellen. Der Körper hat zwar die Fähigkeit, diese Schäden zu reparieren. Aber je mehr Schäden man hat, desto eher übersieht der Körper mal einen. Und es gilt das geflügelte Wort: Die Haut vergisst nichts. Vor allem die helle Haut ist nicht für das „In-die-Sonne-legen“ gemacht. Starke Sonnenschäden erhöhen massiv das Hautkrebsrisiko.

Wie hoch ist das Risiko, Hautkrebs zu bekommen?

SchmickHautkrebs ist der häufigste Krebs – vor allem der ,weiße Hautkrebs‘. Davon gibt es zwei Formen: Das Basalzellkarzinom, das dort bleibt, wo es entsteht, aber mit der Zeit zum Beispiel Nase oder Ohren zerstören kann. Daran erkranken in Deutschland jedes Jahr über 100 000 Menschen. Und das Plattenepithel-Karzinom kann sich als Metastasen, also Tochtergeschwulste, in die Lymphknoten ausbreiten und, lässt man es wachsen, lebensbedrohlich werden.

Also sollte man die Sonne lieber meiden?

SchmickNein, die Sonne ist grundsätzlich gut! Aber man sollte die Risiken bedenken. Kinder müssen besonders geschützt werden. Kinderhaut ist sehr lichtempfindlich, da ihr Abwehrmechanismus noch schwach, die Hornschicht noch dünn ist und die Pigmentzellen noch nicht voll ausgereift sind. Studien haben außerdem ergeben, dass besonders Sonnenschäden in früher Kindheit das Risiko für den gefährlichen schwarzen Hautkrebs erhöhen.

Wie machen Sie das im Urlaub mit ihren Kindern?

SchmickMorgens mit Sonnenmilch eincremen, am Strand UV-Schutzklamotten an – also T-Shirt und Hose – und sie tragen immer einen Hut – idealerweise mit Nackenschutz. Im Sand spielen sie möglichst im Schatten.

Sie bieten auf eigene Initiative Sonnenschutz-Beratungen in Kindergärten an. Warum dort?

SchmickIch bin überzeugt, dass Kinder in diesem Alter sehr offen für Informationen sind und diese gerne annehmen und umsetzen – wenn sie verständlich und mit Spaß weitergegeben werden. Mir ist wichtig, dass bei allen das Thema Sonnenschutz bewusster und im Alltag selbstverständlich wird.

Und wie überzeugen Sie die Kinder?

schmickVor vier Jahren habe ich ein Gedicht gemacht. Mittlerweile gibt es ein Lied bei der Aktion „Mein Sonnenschein“, das Tipps zum Sonnenschutz gibt. Nach der Aufklärungsveranstaltung fordern viele Kinder das Eincremen aktiv ein, das Lied wird gerne gehört und gesungen. So kann Sonnenschutz Kindern ein gutes Gefühl geben und sogar Spaß machen.

Mathias Freese
Mathias Freese Sportredaktion