Hude/Oldenburg - Um Kompetenzen, die Kinder schon vor dem Schulstart erlernen können, drehte sich der Vortrag „Das kann ich schon“ von Diplompädagogin Kirsten Raudonat. Im Gepäck dabei hatte die Oldenburgerin am Donnerstagabend im voll besetzten Kulturhof vor allem praktische Tipps für Eltern und Erzieher.

Der Vortrag basiere auf dem Kompetenztraining „FamilienErgo“ von Kinderarzt Dr. Rupert Dernick aus Wilhelmshaven, sagte Raudonat, die selbst drei Kinder hat – darunter eine Schulanfängerin. „Als Mutter bin ich also selbst betroffen und von dem Konzept sehr überzeugt.“ Dem Kompetenztraining zufolge, können Kinder für die Schule wichtige Fähigkeiten im Alltag erlernen.

„Wenn Kinder in die Schule kommen, sollten sie Fähigkeiten in den Bereichen Fein- und Grobmotorik, kognitive Kompetenzen, lebenspraktische Fertigkeiten sowie Persönlichkeitsentwicklung und Sozialverhalten mitbringen“, berichtete Raudonat.

Besonders wichtig sei die Grobmotorik für den Schulweg und den Erfolg im Sportunterricht. Eine Möglichkeit, das Kind auf diese Kompetenz hin zu testen sei, der Pädagogin zufolge, dem Kind die Anweisung zu geben: „Nimm die Gabel in die rechte Hand und leg diese links neben den Teller.“

Das Basteln fördere hingegen die Feinmotorik, sagte Raudonat und erklärte die Michel-aus-Lönneberga-Strategie. Dieser habe später schnell schreiben gelernt. Der Grund dafür seien die Schnitzereien gewesen, denen er sich widmete, während er im Schuppen eingeschlossen war, um Strafen zu entgehen. „Das Schnitzen war super für die feinmotorische Kompetenz.“ Die ungefährlichere Variante sei Kindern das Schnitzen mittels eines Sparschälers beizubringen. „Kinder machen das total gern.“ Eine andere Übung sei das Abwaschen. Das Schmieren eines Brotes sei hingegen eine gute Vorbereitung, um später schneller schreiben zu lernen. Raudonat: „Dabei trainiert man den richtigen Druck.“


Nach vielen weiteren Tipps schickte die Referentin die Anwesenden schließlich in die Nacht.