Falkenburg - Wiebke hat einen Traum: „Ich möchte Tierpflegerin werden“, erzählt die 18-Jährige. In ihrem Zimmer hält sie zwei Kaninchen – „Princess“ und „Schnüffel“. In Kürze möchte sie eine Ausbildung auf einem Biohof antreten. Wiebke ist die älteste von 24 Jugendlichen, die im Kinder- und Jugendhaus der Rotenburger Werke in Falkenburg leben. Mit Hund „Fay“ an der Leine zeigte sie Freundinnen und Angehörigen stolz ihr Zuhause.

Anlässlich des Tags der offenen Tür am Freitag hatte die Einrichtung mit Gruppenleiter Jürgen Dannemann (52) an der Spitze ein buntes Programm auf die Beine gestellt: Hüpfburg und Dosenwerfen, Tauziehen und Waffelbacken. Die Werder-Fans Robin (11) und Dennis (14) ließen sich von Linda Rohde und Nathalie Klose zu Vampiren schminken. Problemlos räumte Marcel (16) beim Kegeln alle Neune ab. Einen Bücherbasar hatten Heide Mais und Brigitte Kühntopf vom Diakoniekonvent geöffnet.

Im zweiten Jahr ihres Bestehens habe sich die Einrichtung für Jugendliche mit geistiger und/oder körperlicher Behinderung, gut 90 Kilometer vom Mutterhaus entfernt, voll etabliert. Die Kinder besuchen Schulen in der Region, erklärt Dannemann. In einem der drei Häuser können 16- bis 18-Jährige ihren Alltag selbstständig organisieren. Es gibt sogar ein Gästezimmer.

Weil viele Kinder hier aus der Region stammen, wurde das Haus nahe des Lutherstifts gebaut. „Elternkontakte sind das A und O“, weist Bereichsleiterin Jutta Meier-Schlohbohm auf die Bedeutung der kurzen Wege für die Angehörigen hin.

Die Rotenburger Werke machen Angebote für 900 Menschen, darunter 200 in dezentralen Einrichtungen. Angetan zeigte sich auch die Falkenburgerin Theda Birx, die zu den zahlreichen Gästen des Festes gehörte. „Die Kinder leben uns Inklusion vor.“

Stefan Idel
Stefan Idel Landespolitischer Korrespondent