Klattenhof - Die Kinder sind ganz und gar bei der Sache. Mit ihren Händen bohren sie im schwarzen Boden herum, fühlen und wühlen und bringen die Kartoffeln ans Tageslicht. Anderen versuchen mit der Schippe ihr Glück, graben umher, werfen die Erde zur Seite und suchen nach der Knolle. Dazwischen stehen die Erzieherinnen und viele Mütter und Väter, die den Kleinen helfen. Der Anlass des Trubels in dieser abgeschiedenen Ecke nahe des Hasen-Ahlers-Denkmals: Die drei Vormittagsgruppen des evangelisch-lutherischen Kindergartens sind auf dem Acker am Bassumer Weg in Klattenhof zu Gast.
Der Klattenhofer Landwirt Hartmut Menkens hat die Kinder das dritte Jahr in Folge zu der Aktion eingeladen. Enkel Felix besucht den Kindergarten: So hat sich der Kontakt ergeben. An sich sollten die Neerstedter vor zwei Wochen kommen, doch damals regnete es in Strömen. Menkens erntete zwischenzeitlich das drei Hektar große Feld ab. Eigens für die Kinder ließ er drei Reihen (je 70 Meter) stehen. „Sie sind eifrig bei der Suche“, beobachtete er die fleißigen Mädchen und Jungen. Dabei erwischen sie offenbar die allermeisten Kartoffeln. „2011 habe ich noch einmal nachgerodet. Das lohnte sich gar nicht mehr“ , erinnert sich der Landwirt.
Erstmals erlebte die neue Leiterin des Kindergartens, Sandra Burmeister, die Aktion auf dem Acker. Sie gefiel ihr sehr gut. In den vergangenen Wochen hätten sich die Kinder intensiv mit dem Thema beschäftigt, so bei der Vorbereitung des Erntedankgottesdienstes. „Die meisten kannten den Besuch auf dem Kartoffelacker ja schon. Die waren ganz aufgeregt“, beobachtete Burmeister.
Mehr als 30 Säcke, damit insgesamt mehr als 300 Kilogramm, wurden am Donnerstag bei der großen Buddelei aus dem Boden geholt. Menkens spendierte sie dem Kindergarten, der damit reichlich zu tun haben dürfte. Von Puffern über Kartoffeln mit Quark bis zu Stampfkartoffeln reicht die Palette, die in der Küche zubereitet werden soll. Dazu haben einige Eltern ihre Hilfe angekündigt, wie Burmeister erfreut erwähnte. Auch im Kreativbereich, so beim Drucken, kämen die Erdäpfel zum Einsatz.
Besonders stolz waren übrigens die Kinder, die einen Erdapfel in einer besonderer Form fanden, so als Ente oder Huhn. Die Hände konnten sich alle nach getaner Sucharbeit in einem Eimer waschen, der auf einem Treckerfrontlader stand. Eine kleine Tüte Gummibärchen als Dankeschön rundete den gelungenen Vormittag ab.
Landwirt Menkens zeigte sich im Gespräch mit der Ernte 2012 insgesamt „zufrieden“. Nur die begehrten kleinen Kartoffeln hätten etwas gefehlt. Dazu sei es im März/April beim Setzen zu trocken gewesen, später dann im Sommer aber zu feucht. Menkens vermarktet die Kartoffeln direkt an Hofläden, Gemüsehändler und selber auf Märten.
