Oldenburg - Wieder zuversichtlicher blickt man im Evangelischen Krankenhaus nach vorn: Unterzeichnet wurde nicht nur ein Zukunftssicherungsvertrag (NWZ berichtete), sondern die Evangelische Kirche hat der Klinik außerdem ein Darlehen zugesagt, um das Haus zu stützen.
Nach Auskunft von Thomas Kempe, Kaufmännischer Vorstand, sollen in 2013 noch drei Millionen Euro fließen, und für 2014 sind weitere vier Millionen in Aussicht gestellt. Wie Kempe auf Nachfrage der NWZ erklärt, ist das Darlehen zu marktüblichen Zinsen für zwölf Jahre gewährt. Weiter führte er aus, dass fünf Banken inzwischen signalisiert hätten, mit der Klinik zusammenzuarbeiten, die für 2012 einen Verlust in Höhe von 8,6 Millionen Euro ausweisen musste und auch in 2013 rote Zahlen schreiben wird.
Zuversichtlich beurteilt die Situation auch der externe Interimsmanager Armin Sülberg, der sich von den Wirtschaftsprüfungsgesellschaften in seinem Urteil bestätigt sieht. Überdies hat er bei allen eine große Bereitschaft ausgemacht, sich für das Krankenhaus zu engagieren.
Wie berichtet, hatten sich die Tarifparteien in der vergangenen Woche darauf geeinigt, dass das Weihnachtsgeld für nichtärztliche Mitarbeiter auf drei Teile gestreckt wird. Das dritte Drittel wurde als erfolgsabhängig deklariert und wird in 2015 nur gezahlt, wenn es dem Haus deutlich besser geht. „Wir haben uns ein ambitioniertes Ziel gesetzt“, lässt Sülberg diese Zahl im Dunkeln.
Für Dr. Rüdiger Schönfeld, medizinischer Vorstand des Hauses, bringen auch die neuen Chefärzte frischen Wind in die Krankenhausflure. Und für den Leiter der Personalvertretung, Peter Oehne, ist auch der monatlich tagende Sanierungsausschuss eine wichtige Instanz für die Mitarbeiter. Jetzt blicken alle nach Hannover: Das Land müsste die bewilligten zwei Millionen als erste Tranche für die Sanierung überweisen.
