Kirchhatten - Die Chancen stehen für das Unternehmen Koopmann-Kraftfahrzeuge in Kirchhatten nicht schlecht, dass es sein Betriebsgelände zwischen Munderloher Straße und der Straße Am alten Reitplatz in Richtung Norden erweitern darf. Ein entsprechender vorhabenbezogener Bebauungsplan wurde vom Bau- und Planungsausschuss auf seiner Sitzung am Mittwochabend einstimmig an den am 4. Dezember tagenden Verwaltungsausschuss verwiesen. Ein Ratsentscheid ist in dem Verfahren nicht vorgesehen.
Im nördlichen Bereich – die bisherige Betriebsgrenze würde sich laut Plan um zusätzliche 44 Meter verschieben – sollen eine Abstellhalle für Lkw sowie zusätzliche Stellplätze für Lkw und Pkw entstehen. Im südlichen Bereich sind weitere Abstellplätze für Laster geplant. Der Vertrag sieht wegen der Lärmbelastung eine Regelung vor, dass große Fahrzeuge auf der nördlichen Fläche ausschließlich zwischen 6 und 22 Uhr bewegt werden dürfen.
Kompensation im Ort
Planer Werner Gieselmann räumte vor dem Ausschuss ein, dass „der Betriebsstandort nicht ideal“ ist. Mitarbeiter müssten häufig mangels Platz an der Straße Am alten Reitplatz parken, manchmal sogar große Transporter. Dies soll sich im Zuge der Betriebsgeländeerweiterung ändern. Gieselmann versprach, als Kompensation für die Versiegelung freier Landschaft werde es einen Ausgleich „hier im Ort“ geben, ohne allerdings zum jetzigen Zeitpunkt Details zu nennen.
Die Betriebserweiterung berührt nicht nur die bereits bestehende Wohnbebauung an der Straße Am alten Reitplatz und Munderloher Straße. In unmittelbarer Nachbarschaft soll ein neues Baugebiet entstehen (Bebauungsplan Nr. 66 Kirchhatten/Findlingsweg). Der vorhabenbezogene Bebauungsplan hatte öffentlich im Rathaus ausgelegen. Von privater Seite war dabei die Frage aufgeworfen worden, wie gewährleistet werde, dass der neue Teil der Gewerbefläche nicht doch nachts genutzt wird. Bei dem Betreiber handele es sich schließlich um ein Lkw-Bergungsunternehmen mit 24-Stunden-Service. Das muss vertraglich geregelt werden, so die Antwort.
Der Vorschlag zum Anlegen eines Lärmschutzwalls entlang der Straße fand wegen des Flächenverbrauchs und seiner zweifelhaften Wirkung beim Schallschutz für normalerweise im Obergeschoss liegende Schlafräume im benachbarten Wohngebiet keine Fürsprecher. Stattdessen sollen im sogenannten Durchführungsvertrag die zulässigen Betriebszeiten definiert werden.
Am nördlichen Grundstücksrand soll außerdem eine begrünte Schutzwand errichtet werden. Zusätzlich ist an der Straße Zum alten Reitplatz und im angrenzenden Bebauungsplan Nr. 66 unmittelbar an der nördlichen Grenze des vorliegenden Bebauungsplanes ein Pflanzstreifen vorgesehen.
SPD-Fraktionssprecher Uwe Hollmann betonte, es handele sich bei dem Projekt um eine „problematische Erweiterung“, da die Lärmbelastung stellenweise am Limit sei. Bis zum Verwaltungsausschuss wolle seine Fraktion genau wissen, welche Kompensationsfläche geplant sei.
Photovoltaik Pflicht
Helmut Rücker (Grüne) unterstützte den von Bürgermeister Christian Pundt eingebrachten Vorschlag, dem Investor das Installieren einer Photovoltaikanlage in maximal möglicher Größe auf dem Dach der neuen Abstellhalle zusätzlich vorzuschreiben. Dieser ergänzende Antrag wurde einstimmig, bei drei Enthaltungen, befürwortet. Von Bernhard Collin (CDU) kam Kritik. „Es ist nicht richtig, immer mehr in den Verhandlungen draufzusatteln.“
Kirchhatter, die an der Straße Am alten Reitplatz oder einer der Nebenstraßen wohnen, ärgert schon lange die Situation. Neben den parkenden Pkw und Lkw, die wochentags das Passieren erschwerten, lägen regelmäßig weggeworfene Flaschen und anderer Müll auf der Freifläche, so eine Anwohnerin am Donnerstag zur NWZ.
