KIRCHHATTEN - Frank Otte steht auf seinem Feld am Twiestweg in Kirchhatten. „Ein reifes Korn ist hart und kann so nicht mehr gespalten werden“, erläutert Otte einigen Erntehelfern aus Kirchhatten II, nachdem er ein Korn aus einer Ähre gelöst und mit den Fingernägeln zerteilt hat.
Den Helfern aus Kirchhatten II obliegt es in diesem Jahr, die Erntekrone zu binden. Mit den ersten Vorbereitungen, dem Ernten des Getreides, haben sie nun begonnen. Hierbei muss bedacht werden, dass das Korn noch nicht ganz ausgereift sein darf, weil es sonst schon vor dem Binden der Erntekrone wieder aus den Ähren fallen würde.
Geerntet wird an diesem Tag Triticale, eine Getreidezüchtung, die aus einer Kreuzung zwischen Weizen und Roggen entstanden ist und die guten Leistungs- und Qualitätseigenschaften des Weizens mit der Anspruchslosigkeit und Krankheitsresistenz des Roggens kombiniert.
Als „Vorarbeiterin“ fungiert Mutter Helga Otte, denn es gilt, dem Nachwuchs und den Landwirtschaftslaien bei dieser Gelegenheit zu zeigen, wie auf traditionelle Weise seit Jahrhunderten das Getreide mit der Sense geschnitten, mit der großzinkigen Holzharke zusammengetragen und dann fachgerecht mit den Halmen auch gebunden und geknotet wird.
„18 Garben ergeben eine Hocke“, erklärt die Bäuerin, „und davon brauchen wir jetzt mindestens drei, um ausreichend Material für die Krone zu haben.“ Zumindest von der Sorte Triticale, denn auch Gerste und Hafer werden noch benötigt, wenn die Reifung weit genug fortgeschritten ist. Bis zum 22. September muss das Getreide in der Scheune auf dem Hof Otte soweit getrocknet sein, dass das Landvolk Hatten zum Binden der Krone einladen kann, die dann feierlich zum Erntedankfest in die Kirchhatter Kirche getragen und am 13. Oktober die Besucher des Ernteballs im Schützenhof erfreuen wird.
