KIRCHSEELTE/HEILIGENRODE - Irene ist 17 Jahre alt. Um ihre dunklen, aufmerksam drein blickenden Augen ist das einst pechschwarze Fell schon ergraut: Man sieht der betagten Kuhdame das Alter eben an. Dennoch ist ihr Euter immer noch prall gefüllt. Bereitwillig leistet Irene Tag für Tag ihren Beitrag zur Produktion von Joghurt, Quark, Frischkäse und Milch auf dem Hof von Ines und Hartwig Meyer.
Die Meyers setzen seit fünf Jahren voll auf „Bio“: Im Jahr 2000 hat das Ehepaar damit begonnen, den konventionellen Milchbetrieb auf Biowirtschaft umzustellen, seit 2002 verlassen ausschließlich Bioprodukte den Hof.
Und Letzteres geschieht noch wie zu Großmutters Zeiten: Vier kleine Milchwagen machen sich an mehreren Tagen in der Woche morgens auf den Weg, um rund 600 Kunden in der Samtgemeinde Harpstedt, Wildeshausen, der Region um Delmenhorst und mittlerweile sogar in Nordenham zu beliefern. Allerdings wird die Milch nicht mehr wie früher üblich in Henkelkannen aus Blech vor die Türen der Kunden gestellt, sondern in Kunststoffflaschen in verschiedenen Größen ausgeliefert.
Doch nicht nur Milch – naturbelassen oder pasteurisiert, sondern auch selbst gemachter Quark, Frucht- und Trinkjoghurt sowie Frischkäse werden ausgeliefert. Der Hofhund „Flummi“, der zwar Anton heißt aber durch die Gegend hüpft wie ein Springball, beobachtet Woche für Woche am Rande der Ausfahrt, wie die Milchwagen zu ihren Touren aufbrechen. Angesteuert wird immer auch der Wildeshauser Waldorfkindergarten Zwergenland.
Wenn Fahrradtouristen vorbeischauen und ihre Drahtesel unter den großen Bäumen abstellen, hat „Flummi“ natürlich ebenfalls alles im Blick. Ein gemütliches, kleines „Melkhus“ lädt auf „Meyers Milchhof“ Vorbeikommende zum Verweilen ein.
Im Kühlschrank stehen die tagesfrischen Milchprodukte des Betriebes. Ines und Hartwig Meyer haben aber nicht viel Zeit, um selbst vor ihrem „Melkhus“ zu sitzen. Die 39-Jährige ist aus Überzeugung Bio-Landwirtin und arbeitet meist in der Käserei: „Wir stellen unsere Produkte nach traditionellen Rezepten wie in alten Zeiten her.“ Um die Tiere kümmert sich währenddessen Hartwig Meyer: Er kennt Irene und ihre Kolleginnen am besten.
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