Ganspe - Die Türen in der Kita Ganspe blieben verschlossen am Dienstagabend – zumindest für Pressevertreter, denen Bernes Bürgermeister Franz Bittner den Zugang zu der dort stattfindenden Elternversammlung untersagte. Dabei hatte Bittner den dort versammelten Eltern eigentlich eine gute Nachricht zu verkünden: Bei einer Begehung der Räumlichkeiten hatten Prüfer des Landesjugendamtes festgestellt: „Die räumliche Mindestausstattung liegt nach einer Begehung der Räumlichkeiten und des Außenbereiches vor.“ Ein Eindruck, der am Mittwochmorgen nach Angaben von Bittner auch die Gutachter des Gemeindeunfallversicherungsverbandes bestätigten. „Es wurde ein nicht zu beanstandender Zustand festgestellt“, erklärte Bittner gestern bei einem Pressegespräch in der Kita.
Mängelkatalog
Anlass der Untersuchungen war ein 27-seitiger Mängelkatalog, den der Vorsitzende der Elternvertreter der Kindertagesstätte Ganspe, Thomas Oßwald, Anfang November öffentlich gemacht hatte (die NWZ berichtete). Zu diesen Vorwürfen hatte Bittner nun Stellung bezogen.
Der alte Kindergarten in Ganspe war, wie berichtet, im Oktober 2010 vollständig niedergebrannt. Nach einer kurzen Übergangszeit zog er dann in nicht mehr benötigte Räumlichkeiten der benachbarten Grundschule. Oßwald hatte unter anderem beklagt, dass seit dem Brand kein adäquater Ersatz für den abgebrannten Kindergarten geschaffen worden sei. Vor allem im Außenbereich sei in dieser Zeit nichts geschehen, ein durch Spendengelder des Fördervereins finanzierter Kletterturm sei nicht realisiert worden.
„Wir könne keine Spielgeräte anschaffen, wenn gleichzeitig die Baumaßnahmen am Gebäude nicht abgeschlossen sind“, erklärte Bittner. Diese hätten sich verzögert, da für eine im Jahr 2011 vorgenommene Ausschreibung keine Firmen gefunden werden konnten. Jetzt, da die Arbeiten abgeschlossen sind, werde auch mit dem Aufbau des Kletterturms begonnen.
360 000 Euro investiert
Seit dem Brand seien Baumaßnahmen und neue Einrichtungsgegenstände für rund 360 000 Euro finanziert worden, betonte Bittner.
Auf den Vorwurf, es liege keine Konzeption für die Kita vor, entgegnete Bittner: „Es gilt die Konzeption, die auch im alten Kindergarten Bestand hatte, weiter fort. Diese wurde in diesem Jahr von den Erzieherinnen auf den neuesten Stand gebracht und wird nun im November dem Elternbeirat vorgestellt. „Vorher hätte es keinen Sinn gehabt, wir mussten ja erst einmal sehen, wie wir hier arbeiten können“, sagt Kita-Leiterin Silke Meyer.
Die Eltern teilen sich – was die Vorwürfe betrifft – hingegen in Befürworter und Gegner. Dies ist auch Thomas Oßwald bekannt, der sein Ziel – über das Thema zu sensibilisieren – dennoch als erfüllt ansieht. „Nun gilt es, an einem runden Tisch eine Lösung auszuarbeiten“, teilt er mit. Eine Zusammenarbeit mit den Eltern wünscht auch Bittner, „allerdings eine andere, als sie jetzt stattfindet.“
