„In einer Eingabe an Rat und Verwaltung der Gemeinde Bockhorn habe ich nun gefordert, dem Beschluss des Bauausschusses nicht zu folgen, auf dem Gelände der ehemaligen Ziegelei am Neuenburger Urwald/Neuenburger Holz eine neue gewerbliche Nutzung zu ermöglichen. Der Landkreis will hier ein Zwischenlager für die im Kreis anfallenden Klärschlämme einrichten, bis diese in einer noch nicht vorhandenen Verbrennungsanlage entsorgt werden können. Eine solche Anlage soll jedoch frühestens 2022 zur Verfügung stehen.
Klärschlämme sind nicht nur die sehr anrüchigen und schadstoffbelasteten festeren Rückstände der Klärvorgänge in Groß- und Hauskläranlagen, sondern auch die in anderen Scheidevorgängen von flüssigen und festen Bestandteilen entstehenden; insbesondere aus industriellen Verfahren und die bei der Massentierhaltung entstehenden Ausscheidungen (Gülle) und die aus Biogasanlagen zurückbleibenden Gärreste. All diese festen Klärrückstände sind durch biochemische Schadstoffe und Keime hoch belastet und gesundheitsgefährdend. Darum hat der Gesetzgeber den bisher möglichen Düngeeinsatz verboten und die Verbrennung angeordnet. Im landwirtschaftlich dominierten Friesland ist die Klärschlammproduktion sehr intensiv. Bei einer geschätzten Einlagerung von 2000 Tonnen im Jahr müssten also bis zur Abfuhr in eine Verbrennungsanlage 8000 Tonnen Klärschlämme zwischengelagert werden. Das bedeutet nicht nur eine dauernde Geruchsverschmutzung, sondern auch eine Immission von gesundheitsgefährdenden Keimen und Schadstoffen. (...) Muss die Gemeinde Bockhorn ihren Bürgern auf solche Weise die Lebensqualität noch weiter verschlechtern?“
