Klauhörn - „Ehrenamtlicher Einsatz gehört zum Dorfleben dazu“, bringt es Helga Hienen auf den Punkt und fügt lachend hinzu: „Wir haben immer viel Spaß, Streitigkeiten gab es noch nicht“. Das kann Waltraut Liebsch voll und ganz bestätigen. Seit über 35 Jahren sind diese beiden Frauen aktiv, wenn in Klauhörn eine Veranstaltung des Dorfes ist, so wie am gestrigen Sonntag beim Boßelfest des Heimat- und Boßelervereins Klauhörn.

Waltraut und Horst Liebsch sind im Juli 1979 nach Klauhörn gezogen, bereits zwei Monate später war ihr Mann als 100. Mitglied im Boßelverein aufgenommen und bald danach im Festausschuss. Seine Frau hat stets im Hintergrund mitgewirkt – bei Arbeitseinsätzen die Männer mit Frühstück, Mittag und Kaffee/Kuchen zu vorsorgen, gehöre einfach dazu: „Überall, wo Arbeit ist, helfen wir mit – wir sind ein eingespieltes Team“, so Waltraut Liebsch. Funktionieren könne die Arbeit nur in Gemeinschaft. Antje, Conny, Renate und Notburga seien weitere wichtige Frauen im Netzwerk ehrenamtliches Engagement.

Damit die zahlreichen Besucher beim Boßelfest auch leckeren Kuchen essen können, geht Helga Hienen im Vorfeld von Haus zu Haus in Klauhörn und fragt, wer zum Fest einen selbst gebackenen Kuchen oder eine Torte beisteuern möchte.

Beim Boßelfest selbst sind die Frauen bereits am Tag vorher im Dienst mit dem ersten Eindecken der Tische. Am Veranstaltungstag sei das Team vormittags zu den abschließenden Vorbereitungen im Vereinshaus, damit pünktlich ab 13 Uhr Kaffee und Tee serviert werden könnten. Der Andrang am Kuchenbüfett ist groß, da wird jede Hand gebraucht. „Abends räumen wir gemeinsam auf“, so Waltraut Liebsch.

Zeit, um in aller Ruhe über den großen Platz zu gehen und sich die rund 50 Oldtimer anzuschauen, haben die Frauen kaum. „Wir waren heute Vormittag kurz in der Remise und haben die Ausstellung der landwirtschaftlichen Geräte von Oma und Opa angesehen“, erzählt Waltraut Liebsch. An diesem Nachmittag klinken die beiden Frauen sich mal kurz aus der Cafeteria aus und schauen sich die Oldtimer an. Besonders angetan hat es ihnen ein Mercedes Oldtimer aus dem Jahre 1953.

Dann noch ein kurzer Abstecher zum Sportfischer-Verein Apen, der das Räuchern von Forellen in mitgebrachten Öfen zeigte. Auch Brot wurde im Steinofen gebacken.

Feierlich enthüllt wurde auch eine Info-Tafel mit historischen Daten. Damit habe Klauhörn die fünfte Schautafel in Apen, sagte Bürgermeister Matthias Huber. Die Schautafeln seien wichtig für die Bevölkerung und die Touristen. Johann Hasselhorst, Vereinsvorsitzender, nannte die Tafeln eine gute Idee, um die Historie des Dorfes zu präsentieren.