Karl Schulze (64), bis 1991 Eigentümer des Oldenburger Instrumentenhandels „Piano Sprenger“ und dann Vorstands-Chef des börsennotierten Klavierbauers Bechstein (Berlin), zum aktuellen Übernahmeangebot für die freien Bechstein-Aktien.
FRAGE:
Herr Schulze, viele in der Region erinnern sich noch an ihre Tätigkeit bei Piano Sprenger in Oldenburg. Dann gingen Sie nach Berlin und retteten den Klavierbauer Bechstein, der heute floriert. Nun gibt es ein Übernahmeangebot vom Großaktionär Kuthe. Was wird aus Ihnen persönlich?SCHULZE
: Mein Vertrag als Vorstandsvorsitzender endet mit dem 31. Dezember 2014. Im Anschluss werde ich das Unternehmen beratend begleiten und möglicherweise Einzelprojekte führen.FRAGE:
Auch der Vorstand – also Sie – befürwortet das Übernahmeangebot für die noch freien Bechstein-Aktien durch den Großaktionär. Sie geben auch ihre eigenen Aktien heraus. Warum?SCHULZE
: Als Vorstand sind wir beglückt, einen Investor gefunden zu haben, der dasUnternehmen C. Bechstein als Unternehmer in die Zukunft führt – vollverantwortlich für die Marke und die Mitarbeiter, ohne Gedanken an den späteren Verkauf, mit Passion für das Produkt. Diese Voraussetzungen sind selten. Jeder Aktionär müsste diese Entwicklung als Chance sehen und die Unternehmenszukunft, in einer „deutschen Hand“, als wünschenswert.
Die einzigen Mitbewerber für Spitzeninstrumente, Steinway & Sons mit 37 Prozent der Aktien in koreanischen Händen, oder Bösendorfer – gehört nunmehr zu Yamaha – sind mehrheitlich oder ganz in ausländischem Besitz und zeigen im Verlauf
der vergangenen Jahrzehnte immer wieder einen Besitzerwechsel auf.
