Schreiersort - Hohe Kraftfutterkosten bei der Milchviehfütterung lassen sich mit der Grundfutterproduktion kompensieren: Der Ackerfutterbau mit Gras und Kleegras leistet dazu einen wichtigen Beitrag, wenn sein hohes Ertrags- und Qualitätspotenzial ausgeschöpft wird, berichtete Reiner Bröker (Limagrin-Saatzucht), der mit Dr. Hans-Berno Detmer (Agravis Raiffeisen AG) den Streifenversuch Grünland-Ansaatmischungen im Wangerland erläuterte.

Jörg Albers (Agravis-Ems-Jade, Oldorf) konnte dazu viele interessierte Landwirte auf dem Versuchsfeld von Malte und Eilhard Kleihauer, Schreiersort, begrüßen. Der Streifenversuch mit 13 Grünlandsaatmischungen zeigt an, welche Mischungen sich durch günstige Eigenschaften mit einem hohen Futterwert auszeichnen. Albers wies als Kontrast zu den Wirtschaftsgräsern auf die den Feldversuch begleitende sechs Meter breite und ca. 300 Meter lange Randstreifenwiese hin, die mit bunter Blütenvielfalt als Insektenweide dient und mehr Nachahmer finden sollte.

Generell basiert die Milcherzeugung in der Region auf der Umsetzung von Grobfutter in Milch – sprich Kühe fressen auf der Weide Gras oder Silage im Stall. In den vergangenen Jahrzehnten bestand das Grobfutter in der Region aus reinen Grasmischungen. Die Vorzüge von Kleegrasmischungen gegenüber den reinen Grasmischungen seien ein höherer Rohprotein- und Energiegehalt, berichteten Bröker und Detmer. Der Anbau von Klee senke durch dessen Fähigkeit, Stickstoff aus der Luft zu binden, den Bedarf an Stickstoffdünger, so dass in gut entwickelten Kleegrasbeständen auf Stickstoffdünger fast verzichtet werden könne.

„Man kann mit dem Grünland spielen, um so zu einem Ertragsvergleich zu kommen“, erläuterte Fachberater Bröker den Sortenvergleich, dessen Merkmale sich besonders nach einem Winter zeige. Wichtig sei bei Grünland und Feldfutterbau außerdem, auf die klimatischen Bedingungen ausgerichtete Sorten und Mischungen zu verwenden, erläuterte Bröker anhand Studien.

Angesichts weniger und teurerer Flächen, die zur Verfügung stehen, komme der Sortenwahl eine wichtige Bedeutung für die Ertragssicherheit und Produktqualität zu. Zudem lasse sich der kostenintensive Einsatz von eiweißreichen Futtermitteln wie Soja vermindern. Wirtschaftsgrasmischungen, betonte Bröker, seien auch als Alternative zu dem oft kritisierten Maisanbau für Biogasanlagen einsetzbar.