KLEIN SCHARREL - Die beiden Mädchen hocken auf kleinen Schemeln und beugen sich unter den Körper der Holzkuh. Mit den Händen drücken Jaqueline (8) und Melena (7) kräftig auf den Plastik-Euter, bis das Wasser herausspritzt und in einem weißem Eimer landet. „Das war ganz schön ungewohnt“, sind sich die Mädchen einig.
Hunderte Besucher
Sie gehören zu den vielen hundert Besuchern, die an diesem Dienstag auf den Hof Oltmanns am Schafdamm in Klein Scharrel strömen. „Der Tag der Milch läuft bundesweit. In Niedersachsen veranstalten wir ihn aber immer im Olga-Betrieb. Das hat sich bewährt“, sagt Dr. Werner Rüther, Geschäftsführer der Landesvereinigung der Milchwirtschaft.
Stichwort Olga: Die goldene Kuh steht seit Ende Februar auf dem Betriebsgelände. Denn: Der Hof Oltmanns war von der Landesvereinigung als bester Milcherzeuger Niedersachsens ausgezeichnet worden (dieNWZ
berichtete). Seitdem erfreut sich Johann Oltmanns, der den Hof mit seinem Sohn Gerrit bewirtschaftet, nicht nur zum Tag der Milch über einen regen Zulauf (siehe Interview rechts).Freilich herrscht an diesem Dienstag ein ganz besonderes Getümmel zwischen Milchkammer, Melkstand und Laufstall. „Uns liegen gut 500 Anmeldungen vor“, berichtet Kristine Kindler, Geschäftsführerin der Landesvereinigung. Zwei Drittel kommen aus Schulen, die übrigen aus Kindergärten der Region. „Den Schulen haben wir Unterrichtsmaterialien zur Verfügung gestellt, so dass das Thema Milch schon erarbeitet werden konnte“, erzählt Kristine Kindler. Der Tag der Milch auf dem Hof Oltmanns sei nun beinahe eine „kleine Belohnung“.
Die artet allerdings an mancher Station der Kuh-Rallye, bei der die Kinder Aufgaben lösen müssen, in Schweißarbeit aus.
„Das ist ganz schön anstrengend. Ich glaube, meine Hand fällt gleich ab“, ruft Jannek (8). Der Junge aus Jeddeloh II hat gerade ein mit Milch gefülltes Reagenzglas erhalten und schüttelt es wie verrückt. „Wer lange genug schüttelt, kann hier Butter erzeugen“, erklärt Anja Holke und fügt hinzu: „Gut sind vier Minuten.“ Also, weiter schütteln.
Viele Informationen
Drei Stationen steuern die Kinder bei der Kuh-Rallye an und erfahren mehr darüber, wie Kühe leben und was sie fressen. Sie informieren sich darüber, wie Kühe gemolken werden und wie die frisch gemolkene Milch transportiert und weiter verarbeitet wird.
Vor allem das Melken steht hoch im Kurs: „Das hat mir gut gefallen“, sagt Femke (8) aus Jeddeloh I. Dagegen hat Mona (7) aus Jeddeloh I das Bullenreiten besonders viel Spaß bereitet. „Ich bin ganz lange sitzen geblieben“, erzählt sie und fügt an: „Bis es ganz schnell wurde, dann bin ich herunter gepurzelt.“
