Apen - Satte Einnahmen aus der Einkommenssteuer, aber viele Ausgaben: So sieht der Haushalt der Gemeinde Apen aus. Gemeindekämmerin Helma Schubert stellte das Zahlenwerk umfassend bei der jüngsten Ratssitzung vor. Mit einem Volumen von 14,5 Millionen Euro ist der Ergebnishaushalt so üppig wie noch nie. Bei den Ausgaben schlagen aber die laufenden Kosten im Bereich Kindergärten und Schulen sowie Personal zu Buche.

In diesem Jahr werden Vorhaben in Höhe von fast 1,9 Millionen Euro verwirklicht, darunter die Erschließung des Gewerbegebietes in Augustfehn II mit einer halben Million Euro, die Dorferneuerung Augustfehn mit 150 000 Euro, Erschließung und Ankauf von Wohnbauflächen Tellberg-West mit 277 000 Euro, die End­erschließung von Osterende mit 110 000 Euro sowie der Ausbau der Nebenanlagen Westerende mit 130 000 Euro, das Straßenbauprogramm mit 100 000 Euro und die Sanierung des Kinderbeckens im Freibad mit 120 000 Euro als größte Posten. Zwar konnte die Gemeinde von Zuschüssen und Grundstücksveräußerungen profitieren. Trotzdem war eine Kreditaufnahme von 906 000 Euro notwendig, um die Vorhaben zu finanzieren. Die Neuverschuldung liegt jetzt bei rund 456 000 Euro. Der Schuldenstand wird Ende 2015 auf 5,8 Millionen Euro ansteigen, dann aber nach Schätzungen der Kämmerin bis Ende 2018 bei 5,7 Millionen Euro liegen. Die Pro-Kopf-Verschuldung liegt momentan bei 434 Euro und damit unter dem Schnitt vergleichbarer Kommunen (628 Euro). Damit stehe die Gemeinde finanziell auf sicheren Füßen, erklärte Helma Schubert.

Durchweg positiv beurteilten die Fraktionen die Haushaltslage der Gemeinde. Trotz der Neuverschuldung sei gut gewirtschaftet worden, erklärte Björn Meyer (SPD). Es sei zudem wichtig, langfristig zu investieren, sei es in den Straßenausbau, in ortsbildverbessernde Maßnahmen oder in Gewerbeansiedlungen.

Christian Martens (UWG) betonte, dass sich die Gemeinde auf das Wesentliche beschränkt habe. „Wir haben keinen Luxus im Haushalt.“ Nur Einnahmeverbesserungen könnten zu einer Aufwärtsentwicklung beitragen.

Dr. Gunnar Habben (CDU) lobte die Einigkeit im Rat und verwies darauf, dass man bei der Haushaltskalkulation ohne Steuererhöhungen ausgekommen sei.

Hermann Tammen (SPD) erklärte, die Gemeinde wirtschafte solide. Durch die Neuverschuldung könne investiert werden. Er empfahl, möglichst viele Drittmittel einzuwerben und keinesfalls bei der Unterhaltung von Gebäuden und Straßen zu sparen. „Wir investieren als kleine Gemeinde in Kindergärten und Schulen. Da sind wir auf dem richtigen Weg.“

Kerstin Schumann
Kerstin Schumann Redaktion Westerstede