Friesoythe - Kraft, Konzentration und Fingerfertigkeit waren gefordert, als elf Berufsschüler der Berufsbildenden Schulen Friesoythe am Donnerstag das in die Tat umsetzten, was sie zuvor im Unterricht theoretisch vorbereitet hatten. Die Werker-Auszubildenden im Gartenbau, Schwerpunkt Garten- und Landschaftsbau, des Meyer-Hofes in Scharrel gestalteten in der Schmiede von Alfred Bullermann 15 Eisenplatten. Jede Platte wurde mit einem Blatt eines Baumes und dem deutschen und lateinischen Namen des Baumes verziert. Da war schwere Handarbeit gefragt. Mit Hammer und Meißel wurden die Motive aufgebracht. Über dem Blatt wurde zudem der Name des Projektes verewigt: Baumerlebnispfad Friesoythe.
Wie bereits berichtet, haben die jungen Leute vor einigen Monaten damit begonnen, gemeinsam mit Fachlehrer Norbert Berssen nach 15 markanten Bäumen im Friesoyther Stadtgebiet zu suchen. Schnell wurden sie fündig. Ziel des Projektes ist es, die 15 Bäume als einen Lehrpfad zu verbinden. Anhand einer Karte sollen Interessierte diesen Pfad zu Fuß oder mit dem Rad entdecken. Zu den ausgewählten Objekten gehören zum Beispiel der Apfelbaum im Garten des Werkhauses Pancratz (hier ist auch der Startpunkt der Route), die Sommerlinde neben der Marienkirche, eine Esche bei der Realschule und eine Stieleiche in der Soestenallee (hier ist der Schlusspunkt). Damit auch erkennbar ist, welcher Baum zum Pfad gehört, wird davor ein Schild aufgestellt. Und genau an diesen Schildern arbeiteten die Auszubildenden im 2. und 3. Lehrjahr.
„Die jungen Leute machen das sehr gut. Die Ergebnisse können sich wirklich sehen lassen“, lobte Bullermann seine Schützlinge. Dabei sei es gar nicht so einfach, als Laie die schweren Eisenplatten zu bearbeiten. Es sei auch eine Sache des Vertrauens, sagte der Schmied. Schließlich hält einer den Meißel fest und ein anderer haut mit dem Hammer drauf. „Das macht richtig Spaß, auch wenn man schon auf seine Finger aufpassen muss“, sagte der 21-jährige Berufsschüler Marcel Rode. Das handwerkliche Arbeiten lägen ihm und seinen zehn Mitschülern eben am meisten. Ein wenig stolz sei er auch, wenn er bedenke, dass das Ergebnis der Arbeit bald überall in der Stadt zu sehen sein wird.
Ganz so weit sei man aber noch nicht, sagte Berssen. Denn nachdem die Schilder fertig sind, muss am Flyer gearbeitet werden, auf dem alle Standorte der Bäume aufgeführt sind. Tatkräftig unterstützt wird das Projekt von der Stadt Friesoythe, allen voran von Fachbereichsleiter Peter Fabian. „Die Zusammenarbeit klappt super“, freute sich Berssen, der davon ausgeht, dass der Baumerlebnispfad Ende des Schuljahres offiziell eröffnet werden kann.
