KLEINENKNETEN - „Früher war die Arbeit weitaus mehr“, erinnert sich Hanna Brengelmann zurück. Seit 38 Jahren ist sie Bezirksvorsteherin in Kleinenkneten, und in dieser langen Zeit hat sie einen steten Wandel der Bauerschaft miterlebt. Am 1. Dezember 1970 übernahm sie die ehrenamtliche Arbeit von ihrem Schwiegervater Friedrich Brengelmann, der in diesem Jahr verstarb. „Ich war schon immer mal mit unterwegs gewesen und von Haushalt zu Haushalt gereist“, erklärt Brengelmann. In den letzten Jahren konnte Friedrich Brengelmann das Amt schon nicht mehr voll ausfüllen. „Schick Hanna man her, hieß es dann nur.“ So war es auch nicht verwunderlich, dass sie die Nachfolge ihres Schwiegervaters antrat.
57 Haushalte, darunter vier Vollerwerbs-Landwirte, betreut Hanna Brengelmann in Kleinenkneten. „Mir macht diese Arbeit immer sehr viel Spaß, da der Kontakt zu Land und Leuten immer bestehen bleibt. Bei Zählungen benötige ich nur einen halben Tag. Mehr nicht.“ Bei Altersjubiläen lässt es sich die ehemalige Wardenburgerin – 1956 kam sie nach Kleinenkneten – nicht nehmen, wenn der große Gratulationsrummel vorbei ist, einmal persönlich am Nachmittag vorbeizuschauen. Auch sonst hat sie ein Ohr für die Sorgen und Wünsche der Kleinenkneter.
Unmut herrscht unter den Einwohnern der Bauerschaft besonders über den gestiegenen Lkw-Verkehr. Nach dem Ausbau der Bührener Straße, einer Gemeindestraße, benutzen zahlreiche Laster diese Trasse. Um die Anbindung an überregionale Straßen zu nutzen, so zum Beispiel die L 882 nach Wildeshausen, aber auch die K 246 zur Visbeker Straße. Hanna Brengelmann setzt sich dafür ein, dass diese Gemeindestraße zu einer Kreisstraße heraufgestuft wird. „Es müssen unbedingt Geschwindigkeitsbegrenzungen her und diese vor allem auch überwacht werden. Der Verkehr hat so zugenommen, dass die Kinder alleine nicht mehr die Straße gefahrlos queren können. Sie müssen dort immer hingebracht werden.“ Als eine sinnvolle Einrichtung favorisiert die Bezirksvorsteherin, die selbst lange im Stadtrat mitarbeitete, einen Kreisverkehr an der Kreuzung in Kleinenkneten einzurichten. Wünschenswert wäre ihrer Meinung nach auch ein Radweg nach Bühren.
Durch die Lage Kleinenknetens an diesen Hauptverkehrsadern sind die Sorgen der Kleinenkneter – gemessen an anderen Bauerschaften – doch recht groß. Aber Hanna Brengelmann hört sich alles gerne an und versucht, als verlängerter Arm der Stadtverwaltung und zugleich Bindeglied zur Bauernschaft, diesen Wünschen Gehör zu verschaffen.
Gut sei es, dass der Kinderspielkreis seit 1972 besteht und der Sportverein Grün-Weiß Kleinenkneten sich immer weiter positiv entwickelt habe.
Bedauerlich findet sie allerdings, dass die jährlich abgehaltenen Treffen der Bezirksvorsteher und der Rottmeister, in der Stadt zuständig für die Straßen, ab 2002 eingestellt worden seien. Es sei immer eine gute Gelegenheit gewesen, sich miteinander auszutauschen.
