KLEINENSIEL - Am frühen Donnerstagmorgen wurde das Kernkraftwerk Unterweser (KKU) planmäßig vom Netz genommen. Diese Maßnahme war notwendig, um den am Dienstag eingetroffenen neuen Netztransformator einbauen zu können. Für die Dauer der Arbeiten, die etwa zwei bis drei Wochen dauern sollen, wird das KKU keinen Strom einspeisen.

Der Austausch des Transformators war eines der Ergebnisse der vierwöchigen Revision, die das Kernkraftwerk im August und September durchlaufen hatte. Dabei waren auch die beiden Transformatoren einem umfassenden Prüfprogramm unterzogen und bei einem der beiden Geräte eine leichte Abweichung eines Messwertes festgestellt worden. „Es handelte sich dabei um einen erhöhten Widerstand, allerdings nur im Millionstel-Ohm-Bereich“, erklärte KKU-Sprecherin Almut Gilcher. Die Ursache dieses erhöhten Widerstands konnte nicht ermittelt werden.

Aufgrund der nachfolgenden Untersuchungen habe man sich entschlossen, gleich den ganzen Transformator auszutauschen. Seit dem Abschluss der Revision fuhr das KKU nur mit einem Trafo und der halben Leistung von rund 700 Megawatt.

Der nun angelieferte Trafo – 13 Meter lang, 7,79 Meter hoch und 440 Tonnen schwer – stammt aus dem Kernkraftwerk Isar, erklärt Gilcher: „Er stand dort als Ersatzgerät für einen solchen Zweck bereit.“ Das Doppel-Kraftwerk Isar I und Isar II gehört ebenfalls zum KKU-Betreiber Eon.

Per Schiff ist der Trafo, der mit 850 Megavoltampere leistungsfähiger ist als der alte (740 MVA), von Regensburg nach Kleinensiel transportiert worden. Für den Einbau sind nach Angaben der Kraftwerksleitung zusätzlich 145 Fachkräfte auf dem Gelände tätig.


Dennoch handelt es sich um eine Übergangslösung: Für das kommende Jahr war ohnehin der Austausch beider Transformatoren geplant. Daran werde sich auch nichts ändern, so Gilcher.

Nach Angaben der Eon-Sprecherin Dr. Petra Uhlmann ist geplant, die Arbeiten bis etwa 9. November abzuschließen und das KKU dann wieder hochzufahren.