KLEINENSIEL - Mit den Hauswurfsendungen habe man bei den Bürgern zumindest das Bewusstsein geweckt, dass es ein Informationsangebot gibt, an dem das Unternehmen auch weiter festhalten wird. Karl Ramler, technischer Leiter des Kernkraftwerks Unterweser, gewann dem am Sonnabend veranstalteten Informationstag ein positives Ergebnis ab, obwohl der Besuch der fünfstündigen Veranstaltung weit hinter den Erwartungen zurückblieb.

Per Postwurfsendung an rund 30 000 Haushalte in dem Städten Brake und Nordenham sowie den Gemeinden Stadland, Ovelgönne und Jade hatte das KKU seine „Nachbarn“ zum Informationstag in sein Kommunikationszentrum eingeladen. Jedoch nur einige hundert Interessierte nutzten das Informationsangebot.

Vorkehrungen waren im KKU für einige tausend Besucher getroffen worden. Für deren Verpflegung waren vier Imbiss- und drei Getränkestände sowie drei große Zelte, in denen Kaffee und Kuchen angeboten wurden, aufgebaut worden. Shuttle-Busse standen auf dem Marktplatz in Rodenkirchen und im Gewerbegebiet Hiddingen bereit, um die Gäste von den Parkplätzen ins Kraftwerk zu bringen.

Anlass für den Informationstag war die versprochene öffentliche Präsentation der Ergebnisse der Periodischen Sicherheitsüberprüfung des KKU, die der Anlage ein hohes Sicherheitsniveau bescheinigt (die NWZ berichtete). Doch Dr. Andreas Richei und Dr. Thomas Oehmgen – die beiden Experten aus der KKU-Abteilung kerntechnische Sicherheit standen für Fragen und Erläuterungen zur Verfügung – hatten einen geruhsamen Tag, denn dieses Thema fand bei den Besuchern kaum Interesse.

Wesentlich mehr zu tun hatten der stellvertretende technische KKU-Leiter und Produktionschef Gerd Reinstrom sowie Ausbildungsleiter Bernd Spindler, die etlichen Interessierten die jüngste Revision im KKU und die dabei entdeckte Störung im Notkühlsystem erläuterten. Auch Entsorgungsleiter Horst Sander und Zwischenlager-Manager Heinrich Janssen konnten einigen Besuchern das in Betrieb befindlichen nukleare Brennelemente-Zwischenlager zumindest am Modell vorstellen.


Almut Gilcher, Leiterin des Kommunuikationszentrums, hatte bereits im Vorfeld auf das Problem hingewiesen, dass die Besucherzahl bei einem Informationstag vorher kaum kalkulierbar sei und man mit dieser Veranstaltung auch Erfahrungen sammeln wolle. Karl Ramler kündigte eine Fortsetzung des Dialogs mit interessierten Bürgern an, wobei die nächste Veranstaltung dann aber wohl an einem Sonntag stattfinden soll.