KLEINENSIEL - Dr. Thomas Burgdorff ist angekommen in der Wesermarsch. Vor einem Monat hat der gebürtige Dortmunder die Leitung des Kommunikationszentrums des Kernkraftwerks Unterweser (KKU) übernommen. Seit dem 1. Juni 2009 ist der Politologe bei Eon angestellt. Die erfolgreiche Arbeit seiner Vorgängerin Almut Gilcher wolle er fortsetzen, sagt der 35-Jährige. Und dass er versuchen werde, Vorurteile hinsichtlich der Kernenergie abzubauen.
Thomas Burgdorff ist die Materie, mit der er sich nun beruflich auseinandersetzen muss, noch fremd. Es sei spannend und interessant, sich einzuarbeiten, merkt er an. Zu seinen Hauptaufgaben zählt neben der internen Kommunikation die Öffentlichkeitsarbeit: Betreuung der Besucher im Kraftwerk und Darstellung des KKU nach außen. Dass die Kernenergie mittelfristig Teil des Energiemixes ist, betont er. Zudem wirbt er für den Standort Kleinensiel. Eine Laufzeitverlängerung über 2012 hinaus sei zu begrüßen. Das Kraftwerk sichere 650 Arbeitsplätze direkt. 25 Millionen Euro fließen laut Thomas Burgdorff jährlich an das regionale Handwerk. Das sind auch Argumente, die nach seiner Meinung für ein Festhalten am KKU-Standort sprechen. Er sucht den Dialog: Andere Meinungen müsse man respektieren, merkt er an.
Thomas Burgdorff, Jahrgang 1974, studierte an der Ruhr-Universität Bochum Politologie, Anglistik sowie Theater-, Film- und Fernsehwissenschaften. Er promovierte in Bonn. Anschließend war er im Bereich der politischen Bildung tätig und leitete von 2003 bis 2005 das Büro eines nordrhein-westfälischen Landtagsabgeordneten in Düsseldorf. Von März 2006 bis Mai 2009 war er Referent bei der CDU-Landtagsfraktion in Hannover und dabei mit dem Thema Wirtschaft/Häfen und Schifffahrt betraut. In diesem Zusammenhang lernte er bereits Elsfleth und Brake kennen. Er will sich mit Frau und Sohn, die noch in Hannover wohnen, in der Region niederlassen.
Almut Gilcher wechselte zum 1. Juli in die Eon-Pressestelle Hannover. Die Entscheidung sei ihr schwer gefallen, sagt sie. „Das kam völlig überraschend.“ Den direkten Kontakt mit den Leuten werde sie vermissen, erzählt die 37-Jährige, die im Schnitt bis zu drei Besuchergruppen pro Woche betreute. Die gebürtige Karlsruherin arbeitete seit 2004 im KKU. Sie hatte im November 2006 den Posten von Heinz-Wilhelm Bergmann übernommen. Der Region bleibt Almut Gilcher verbunden: Sie wohnt in Ganderkesee.
