Nordenham/Bonn - Wann das Bundeskartellamt in Bonn seine Prüfungen zur Zulässigkeit des Verkaufes von 43 Kliniken des Rhön-Konzerns an den Gesundheitskonzern Fresenius abschließt, bleibt vorerst offen. Möglicherweise kann das noch bis zu drei Monate dauern.
Wie berichtet, gehört auch die Wesermarsch-Klinik in Nordenham zu den 43 Krankenhäusern, die künftig vom Fresenius-Tochterunternehmen Helios betrieben werden sollen. Rhön will erst nach Abschluss des kartellrechtlichen Verfahrens Stellung nehmen zu Zukunftsplänen für die Nordenhamer Klinik und die vorläufig stillgelegte Baustelle des Neubaus in Esenshamm.
Weil es bei dem Geschäft um einen Umsatz von mehr als fünf Milliarden Euro geht, hatten Fresenius und Rhön den Verkauf wie vorgeschrieben bei der Generaldirektion Wettbewerb der Europäischen Kommission angemeldet. Sie hatten zugleich beantragt, das Verfahren der Fusionskontrolle an das Bundeskartellamt in Bonn zu verweisen, weil nur der Wettbewerb in Deutschland und nicht in weiteren EU-Staaten betroffen wird. Das Kartellamt hat die Verweisungsentscheidung aus Brüssel am 23. Oktober erhalten.
Wie die NWZ am Mittwoch auf Nachfrage weiter vom Sprecher des Bundeskartellamtes, Kay Weidner, erfahren hat, läuft Ende dieses Monats die Frist für die erste Prüfungsphase ab. Bis Ende nächster Woche wird entschieden, ob eine eingehendere kartellrechtliche Prüfung erforderlich ist oder bereits nach der Vorprüfung grünes Licht für den Verkauf der Kliniken gegeben werden kann.
An welchem Tag kommende Woche die Entscheidung fällt, ob ein Hauptprüfverfahren eingeleitet wird oder nicht, steht nicht fest. Sollte das Kartellamt eine eingehendere Untersuchung für notwendig halten, so hat es dafür bis zu drei Monate Zeit.
Der Rhön-Konzern geht davon aus, so Sprecher Hans-Jürgen Heck auf Anfrage der NWZ , dass das gesamte Verfahren im Dezember abgeschlossen wird.
Das Kartellamt untersucht die regionalen Märkte aller betroffenen Kliniken – auch Patientenströme und Versorgungsalternativen. So soll geklärt werden, ob eine marktbeherrschende Stellung entsteht oder verstärkt wird. Gegebenenfalls kann das Verkaufspaket mit der Auflage gebilligt werden, die eine oder andere der 43 Kliniken nicht zu veräußern.
Beobachter halten das im Falle der Wesermarsch-Klinik aber für ausgeschlossen, weil Fresenius in der Region bisher keine Klinik betreibt.
