Schortens/Friesland - Hohnstorf an der Elbe am Dienstag: Das Wasser steigt nur noch sehr langsam, noch hält der Deich, noch dürfen die Menschen in ihren Häusern bleiben. Gut einen Kilometer weiter flussabwärts, auf der anderen Elbseite in Lauenburg herrscht bereits „Land unter“. „Dort steht die Altstadt unter Wasser, der Ort musste evakuiert werden“, sagt Eckhard Kaufeld vom DLRG-Verband Schortens/Jever.
Kaufeld ist einer von 52 Männern und Frauen des DLRG-Wasserrettungszugs Friesland, die derzeit an der Elbe zur Bekämpfung der Flut eingesetzt sind, die sich mehr und mehr zur Katastrophe ausweitet. Etwa 9,35 Meter beträgt der Pegelstand vor Ort derzeit – „bei 10,25 Metern wird es kritisch, dann würde der Katastrophenschutz wohl auch Hohnstorf evakuieren“, glaubt Kaufeld. Seit Sonntagmorgen ist die friesländische DLRG-Delegation an der Elbe im Einsatz, in Zwölf-Stunden-Schichten, rund um die Uhr.
Tim Schriemer, einer von zwei Zugführern, beschreibt die Aufgabe der Friesländer: „Unsere Aufgabe ist, Treibgut zu bergen.“ Fünf Boote habe man mitgebracht, mit denen auf dem Fluss gekreuzt wird. „15 bis 18 Müllcontainer voll bislang.“
Der Grund: Das Treibgut, oft sind es ganze Bäume, die der Fluss mit sich reißt, kann sich in den Deich rammen – und so einen Bruch beschleunigen. Wenn Schäden auftreten würden, wäre die Sicherung des Deichs mit Folien eine weitere Aufgabe der DLRG-Kräfte – noch trennt aber eine Spundwand Wohngebiet und Wassermassen.
Auch Helfer des DRK Jeverland kommen in den Hochwassergebieten in den Landkreisen Lüneburg und Lüchow-Dannenberg zum Einsatz. Vier Transporte mit 500 Wolldecken, 100 Feldbetten und 15 Zelten aus Beständen des Verbands wurden geleistet. Peter Dirks vom DRK-Kreisverband hat die Einsätze in Abstimmung mit dem Landesverband Oldenburg koordiniert. Alle Transporte wurden in den Nachtstunden mit dem LKW der Bereitschaft Jever durchgeführt. Die Hilfskräfte halten sich außerdem bereit, um im Falle einer Evakuierung helfen zu können.
