Jaderlangstraße - Adel im beschaulichen Jaderlangstraße in der Gemeinde Jade? Vom Namen her, es geht schließlich um die „Königin der Nacht“, stimmt das auf jeden Fall. Doch hinter dem Namen verbirgt sich lediglich ein robuster Kaktus.
Und die Bezeichnung rührt daher, dass der Kaktus seine Blüten nur in einer einzigen Nacht im Sommer für wenige Stunden voll entfaltet. Die prächtigen Blüten, die nach Vanille duften, sind cremeweiß und können bis zu 30 Zentimeter groß werden. Schwer einzuschätzen ist, wann die „Königin der Nacht“ blüht. Nur wenige Stunden zuvor kann man erkennen, ob sich die Blüte auch tatsächlich öffnen wird.
Starker Vanilleduft
Die Knospe schwillt an und die Blütenblätter entfalten sich mit einem intensiven Duft einige Stunden lang. Blumenfreunde warten oft vergebens auf dieses Schauspiel.
Für Peter Pargmann ist es allerdings keine Besonderheit. Der 71-Jährige hat etliche Exemplare auf den Gehwegplatten in verschiedenen großen Töpfen im Garten, an der Südseite zum Haus, stehen. Es sind mehr als einhundert.
Nach dem Tod der Eltern hat er sich um die Pflege der Kakteen weiter gekümmert – und er hat offenbar den so oft gewünschten „grünen Daumen“. An der größer werdenden Knospe kann er erkennen, dass die Blüte unmittelbar bevorsteht.
Alle Ableger stammen von einer Mutterpflanze ab. Er schätzt, dass die ältesten Kakteen mehr als 30 Jahre alt sind. Jetzt im Spätsommer bei einsetzender Dämmerung findet er die Muße: „Dann kann man das herrlich beobachten wie die Blüten aufgehen, und das Ganze genießen“, sagt er
Im Herbst müssen alle Kakteen in den Stall getragen werden. Das ist zwar ganz schön anstrengend, aber frostfrei müssen die Pflanzen schon stehen“, sagt der eingefleischte Junggeselle, der das Leben im Einklang mit der Natur sehr zu schätzen weiß.
Frostfreier Standplatz
Nebenan im Stallgebäude haben mehr als 20 Rauchschwalbenpaare gebrütet. Das sieht man auch gut an den Hinterlassenschaften. Der Stallboden ist „tapeziert“, „dass stört mich aber nicht, das gehört dazu“, bestätigt er überzeugend.
Der Garten wird noch beackert wie früher – und Kartoffeln, Kohl, Rüben, Karotten und Grünkohl – garantiert alles echt Bio – genießt der Selbstversorger mit Vergnügen.
Der Hobbybauer versorgt auch noch vier Pferde – vom Pony bis zum Haflinger. Da darf auch die Hühnerschar nicht fehlen. „Das Krähen der Hähne stört hier niemanden“, sagt er.
Die ländliche Idylle, dazu passt auch das Storchennest von den Nachbarn, mit den Elterntieren und einem Jungen. Auch dazu hat Pargmann einen Spruch auf Lager: „Jeder hat so seinen Vogel.“
