KöTERMOOR - Auf einen historischen Tiefstand von 19 Cent sackte der Milchpreis im vergangenen Jahr und machte den Landwirten das Leben schwer. Während der Jahreshauptversammlung des Landvolkvereins Schwei-Kötermoor blickte der Vorsitzende Otto Hermann Witting auf ein schwarzes Jahr zurück.

Durch den Rückgang des Exportes und den gleichzeitigen Rückgang auf dem Binnenmarkt war laut Witting die Milch nicht mehr zu verkaufen. Viele Landwirte hätten rote Zahlen geschrieben.

Bei den Vorstandswahlen im Vereinslokal Kötermoorer Hof wurden der Vorsitzende und sein Stellvertreter Walter Damken sowie die Vorstandsmitglieder Heiko Bolles, Arnold Janssen und Heiner Reiners in ihren Ämtern bestätigt. Die Kassenführerin Diana Heidkämper berichtete von einem leichten Überschuss.

Über die Renditen bei Photovoltaik- und Biogasanlagen referierte Steffen Habben vom Beratungsring Wesermarsch. Bei den Biogasanlagen fand in den letzten 20 Jahren eine rasante Entwicklung statt. Die ersten Anlagen mit 20 Kilowatt Leistung seien noch belächelt worden, doch die heutigen 500 Kilowattanlagen könnten eine Familie ernähren. In der Wesermarsch gebe es allerdings noch keine so große Anlage, sagte Habben. Die vorhandene Wegestruktur und die Lastbeschränkung auf den Strecken verhinderten eine Ansiedelung im hiesigen Raum. Eine solche Anlage könnte durchaus auch mit Gras bestückt werden. Hierfür seien rund 180 Hektar und bis zu sechs Schnitte pro Jahr nötig. Allerdings seien die Grasanlagen bautechnisch aufwendiger, da sie größere Rührwerke erforderten. Dennoch sah Habben Potenzial für die Region – auch bei einer Investitionsgröße von bis zu zwei Millionen Euro.

Bei den Photovoltaikanlagen herrschte im vergangenen Halbjahr ein Bauboom. Obwohl die Anlagen nicht mehr so hoch subventioniert werden, lockten die um ein Viertel gesunkenen Investitionskosten von 80 000 bis 120 000 Euro für eine 30 Kilowattanlage. Die Investitionskosten und die immer noch guten Einspeisevergütungen führten zu Renditen bis 30 Prozent. Neben der kristallinen Technologie für die Südseitendächer, seien auch die Dünnschichttechnologien für diffuseres Licht auf Ost- und Westseiten durchaus interessant.


Über den aktuellen Stand bei der Weservertiefung berichtete Burchard Wulff von der Stadlander Sielacht. Über die Möglichkeit einer Zuwässerung aus der südlichen Wesermarsch werde gerade mit Verbandsvertretern und Organisationen diskutiert. Die Alternative der Frischwasserzuleitung sei mittlerweile verworfen worden, sagte er.

Wulff wies auf das Problem der zunehmenden Versalzung und Verschlickung an den Mündungs- und Unterschöpfwerken hin. Die Schöpfwerke erreiche immer weniger frisches Oberwasser, sagte er.